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5 Tipps zum Umgang mit fieser Kritik

5 Tipps zum Umgang mit fieser Kritik

Kritik braucht kein Mensch. Ich auch nicht. Was, wenn sie aber doch kommt und dann auch noch in einer Form, die jeder sehen kann … Zum Beispiel im Internet als Amazon Rezension … Ärgern, atmen und einfach weiter machen 😉

Das klingt ziemlich einfach. Und alle, die schon mal so richtig von einer fiesen Kritik erwischt wurden wissen: ganz so locker flockig ist es dann doch nicht. Denn Kritik schmerzt. Mich übrigens auch. Aber der Reihe nach.

Nach einem herrlich entspannten Wochenende und der sehr erfolgreichen Einführung meines Podcasts „Erfolgreich schreiben“ war ich bester Dinge und habe mal wieder geschaut, ob es neue Buchrezensionen auf Amazon für mein Buch „Die Kunst, kein Arschloch zu sein“ gibt. Und tatsächlich waren zwei neue Rezensionen dabei. Eine sehr gute und die Zweite traf mich wie ein Schlag … 

Die Rezensentin „Karin“ fand mein Buch abgrundtief schlecht. Hier ein paar Ausschnitte:

An dem Buch stimmt für mich gar nichts. Die Autorin labert und plaudert, das ist weder witzig noch hilfreich oder gar ansatzweise wissenschaftlich.

Dass sie ständig aus dem Nähkästchen plaudert und zugibt, dass sie ihre eigenen Ratschläge offensichtlich nicht umsetzen kann, macht es nicht besser. Das Buch bedient Allgemeinplätze und besteht aus küchenpsychologischen Banalitäten. Die Autorin kommt vom Hölzchen aufs Stöckchen, nur zum Punkt kommt sie nicht. Sie führt Beispiele an und man denkt: “Aha, jetzt wird eine Lösung gezeigt”, aber Fehlanzeige.

Die Autorin ist nach eigenen Angaben auch als Coach unterwegs. Das ist bei dem, was sie in dem Buch an Nicht-Information vermittelt, schwer zu glauben. Den Teilnehmer eines ihrer Kurse, den sie im Buch als “Psychopathen” bezeichnet, kann ich gut verstehen. Das war einfach jemand, der sich nicht vera… (Sie wissen schon, darf ich hier nicht sagen) lässt und wohl gemerkt hat, dass die Dozentin nix drauf hat. Meine Vermutung ist auch, dass zumindest bei drei dieser bei Amazon stehenden Rezensionen gute Freude aus der Werbebranche am Werk waren und brav gute Bewertungen verteilt haben.

Auch, wenn ich mich ziemlich schnell wieder beruhigt hatte, so kommt beim Lesen doch wieder dieses mulmige Gefühl in der Magengegend zum Tragen und der Rechtfertigungsreflex springt sofort wieder an. Aber genau das ist nicht zielführend. Weder für mich, noch für die Rezensentin.

Hier folgten in der ersten Fassung zwei Absätze, die mir dann doch zu ironisch geraten sind. Aber Ironie ist auch bloß eine Form der Rechtfertigung. Unterhaltsam sicher, aber auch nicht zielführend. Aber was ist zielführend und was hilft mir, mich nicht verletzt, herab gesetzt und unsicher zu fühlen, ohne dabei selbst verletzend, herab lassend oder überheblich zu werden?

1. Der Verzicht, sich zu verteidigen

Grundsätzlich hat Karin aus ihrer Perspektive Recht. Ihr hat das Buch nicht gefallen und sie hat sich über den Inhalt, der nicht ihren Erwartungen entsprach geärgert. Außerdem fand sie meine Geschichten und Meinungen blöd und unpassend. Das ist ihr gutes Recht. Ich finde auch viele Geschichten und Meinungen blöd und unpassend. Das auszuhalten gehört zur Meinungsfreiheit, die ich als eines unserer höchsten Güter erachte. Manchmal schwer auszuhalten, aber so ist das halt mit den hohen Gütern im Leben.

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Eine Verteidigung macht das Ganze ja nicht ungeschehen. Es ist wie es ist, auch wenn ich gern zum ironischen Rundumschlag ausholen und einige Dinge aus meiner Sicht richtig stellen würde. Aber wohin würde das führen? Vor allem, wenn ich Arschlochmäßig eine Verteidigung in die Tasten haue … Wer ist dann das Arschloch?

Abgesehen davon helfen mir in solchen Situationen folgende Fragen: Ist es in fünf Minuten noch relevant? Wenn ja: Ist es in fünf Stunden noch relevant? Wenn ja: Ist es in fünf Tagen noch relevant? Wenn ja: Ist es in fünf Jahren noch relevant? Wenn ich die letzte Frage immer noch mit „Ja“ beantworten kann, dann reagiere ich entsprechend. In diesem Fall war es nach fünf Stunden nicht mehr relevant, aber die Idee zu diesem Artikel war geboren. Das ist doch super!

2. Schau Dir Deine Kritiker*innen ganz genau an

Tatsächlich kann ich mir aus der Kritik kein Bild von Karin machen. Ich kann überhaupt nicht beurteilen, was für ein Mensch hinter dieser Kritik steckt. Aber ich kann eine andere Frage beantworten: Bin ich so, wie Karin es schreibt? Und eine weitere Frage: Will ich so sein, wie sie es gerne hätte? Da ich beide Fragen sehr entspannt mit „Nein“ für mich beantworten kann, geht es meinem Magen auch gleich wieder viel besser.

3. Welche Motive haben Deine Kritiker*innen?

Frag Dich in solchen Situationen, warum Deine Kritiker*innen so reagieren. Will da jemand seinen Ärger los werden? Will sich jemand auf Deine Kosten amüsieren? Was steckt dahinter? 

In Karins Fall weiß ich es nicht. Zum einen glaube ich, dass sie sich über die verschwendete Zeit ärgert, denn sie hat das Buch bis zum Ende gelesen … Da ich ein Buch, welches mir nicht gefällt sofort in die Ecke schmeiße, kann ich also überhaupt nicht nachvollziehen, warum, wieso, weshalb es so weit gekommen ist. Irgendeinen Nerv habe ich auf jeden Fall hart bei ihr getroffen. Das tut mir leid, denn es war sicher – und das meine ich ernst – nicht, ihr eine schlechte Zeit zu bescheren. Aber meine Art zu schreiben mag halt nicht jeder. Sorry.

4. Sind die Kritiker*innen wirklich von Bedeutung in Deinem Leben?

Hier kommen wieder die 5er Fragen von weiter oben ins Spiel … Allerdings etwas anders: Wie wichtig ist genau dieser Mensch in Deinem Leben? Ist seine Meinung für Dich auf verschiedenen Ebenen in Deinem Leben wichtig?

In meinem bzw. In Karins Fall kann ich das mit „Nein“ beantworten. Ich kenne Karin, soweit ich weiß, nicht. 

5. Nur konstruktive Kritik annehmen

Auch konstruktive Kritik fühlt sich oft nicht so toll an. Sie unterscheidet sich aber maßgeblich von destruktiver Kritik. Konstruktive Kritik ist respektvoll und kommt in angemessener Form daher. Wenn Kritiker*innen Dich nur aus der Fassung bringen wollen, dann ist die Kritik für Dich nicht wertvoll. 

In Karins Fall ist die Kritik ziemlich destruktiv, was sie auch selbst zugibt „So, jetzt war ich in den Augen der Autorin auch ein A.., aber das war immerhin meine volle Absicht und ich habe es erkannt!“ … Damit ist sie für mich nicht zwingend ein Arschloch, aber ihre Kritik gehört eben nicht zu denen, die ich mir wirklich zu Herzen nehme.

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Und am Ende habe ich es doch getan: Ich habe Karins Kritik viel mehr Raum gegeben als ich es anderen empfehlen würde 😉 Zum einen, weil ich dazu neige, mich über das Schreiben selbst zu therapieren und zum anderen, weil es einfach ein gutes Beispiel dafür ist, wie wir uns von Kritik unser Leuchten nehmen lassen. Hätte ich nicht so ein wunderbares Umfeld und hätte ich nicht schon so viel Erfahrung im Umgang mit mieser Kritik, könnte genau diese Kritik mich für immer und ewig vom Schreiben abhalten. Karin und ein paar andere würde es sicher freuen, aber was ist mit all den anderen? Das Buch hat sich tausendfach verkauft und viele wunderbare Rückmeldungen bekommen … Für mich sind DAS die Rückmeldungen die zählen. 

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