7 Tipps für ein gutes Sachbuch Exposé

7 Tipps für ein gutes Sachbuch Exposé

7. Februar 2021

7 Tipps für ein gutes Sachbuch Exposé

Exposé schreiben leicht gemacht – eine Kurzanleitung

Eine Faustregel gleich vorweg: Bitte kein vollständiges Manuskript beim Verlag einreichen! Immer, immer, immer ein Exposé verschicken!

Wenn Du Dich jetzt fragst, warum Du zuerst ein Exposé schreiben solltest: Ganz einfach, weil keine Lektor*in dieser Welt Zeit hat, unaufgefordert eingesandte Manuskripte zu lesen. Lesen braucht Zeit und Zeit hat in Verlagen leider auch niemand mehr. Genau das ist der Grund, warum viele Verlage schon auf ihren Webseiten darauf hinweisen, dass sie keine vollständigen Manuskripte annehmen. Einige Verlage haben sogar eigene Normen für Exposés entwickelt, um ihren Lektor*innen die Arbeit noch mehr zu erleichtern und die Idee vergleichbar zu machen. Daher, wenn ein Verlag eine eigene Exposénorm hat: Halte Dich daran. Tust Du es nicht, wird Dein Exposé sehr wahrscheinlich nicht angeschaut, weil die Norm nicht eingehalten wurde. Das hat nichts mit Dir oder Deiner Idee zu tun, sondern damit, dass es viel mehr Aufwand bedeutet, das Exposé zu bearbeiten. Und warum sollten Lektor*innen das tun, wenn noch mehr als 100 weitere Exposés auf ihren Stapeln liegen, die sich an die Norm gehalten haben und damit viel einfacherer zu bearbeiten sind … Abgesehen davon ist es nicht so dramatisch ein bestehendes Exposé auf die entsprechende Verlagsnorm kurz umzustricken. Es gibt Schlimmeres. Nämlich ein Exposé, welches gar nicht erst gelesen wird.

Mein Tipp: Erstelle ein allgemeines Exposé. Schaue dann auf den Verlagsseiten nach, ob die Verlage eigene Normen haben und passe Dein Exposé dann für den jeweiligen Verlag an.

Ein wichtiger Punkt, der gern vergessen wird: 

Ein gutes Exposé ist die beste Vorbereitung zum Schreiben!

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Einer der besten Tipps, die ich in meinem Autorenleben von einer erfahrenen Sachbuchautorin bekommen habe, war: Schreibe immer zuerst ein Exposé. Wer zuerst das Buch und dann das Exposé schreibt, dem fehlt zum einen Klarheit und zum anderen reden die Verlage ein großes Stück mit. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Du das ganze Buch noch einmal umschreiben musst und das ist oft schmerzhaft. Viel einfacher ist es, mit dem Verlag gemeinsam zu schreiben und sich die Erfahrungen der Profis zunutze zu machen. Mein Erstlingsbuch „Montags muss ich immer kotzen“ (erstmals 2018 im BusinessVillage Verlag erschienen) war ursprünglich ganz anders von mir gedacht. Ich bin wahnsinnig froh, dass ich erstmal ein Exposé eingereicht habe und dann erst mit dem eigentlichen Schreiben begonnen habe. Mit diesem Buch habe ich auf einen Schlag am meisten über das Schreiben von Sachbüchern gelernt. Und obwohl ich kein fertiges Manuskript umschreiben musste, so war es für mich doch oft schmerzhaft, Kapitel zu ändern oder einige Ideen im Schreibprozess ganz loszulassen. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie ich gelitten hätte, wenn das Buch schon als Manuskript existiert hätte. Sieben Tipps für ein Exposé, das sitzt

1.Das Anschreiben

Auch wenn ich dazu rate, dieses erst zu erstellen, wenn das Exposé geschrieben ist, so ist es doch der erste Eindruck, den Lektor*innen von Dir erhalten. Denk auch hier daran: Zeit ist knapp. Darum schreibe in zwei bis drei Sätzen, worum es in Deinem Buch geht und zu welcher Kategorie es gehört. Außerdem lässt Du ein paar Sätze darüber verlieren, warum Du ausgerechnet diesen Verlag wählst. Wichtig ist auch, dass Du kurz Deine Expertise darstellst, um Deine Glaubwürdigkeit zu belegen.

2. Deine Vita

Eine kurze Beschreibung Deiner Vita mit den wichtigsten Punkten Deiner persönlichen Laufbahn. Stimme diese auf Dein Buch ab. Wenn Du beispielsweise ein Buch für Führungskräfte schreibst, dann hebe die Punkte Deiner Vita hervor, die belegen, dass Du etwas darüber zu sagen hast. Wenn Du ein Buch über Kindererziehung schreibst und nicht gerade Erzieher*in bist, dann ist es natürlich relevant, ob Du selbst Kinder hast oder nicht.

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3. Titel, Untertitel und Inhalt

Im Exposé wird das Ganze noch als „Arbeitstitel“ deklariert. Professionell ist es, wenn Du gleich eine Titelauswahl von drei möglichen Titeln mitlieferst. Der Titel sollte Deine Buchthese bzw. das Informationsziel für den Leser auf den Punkt bringen. Du kannst aber auch die Buchthese als Arbeitstitel angeben und dann mögliche Titelideen dazu geben. So eröffnest Du gleich die Möglichkeit, gemeinsam mit dem Verlag an einem knackigen Titel zu arbeiten. Gerade beim Sachbuch steht und fällt der Erfolg mit dem Titel. 

Außerdem benötigt der Verlag für eine gute Einschätzung Deiner Idee die ungefähre Seitenzahl, Ideen für Abbildungen und Deinen geplanten Abgabetermin.

4. Zielgruppen- und Marktanalyse

Ja, in Deinem Exposé sollte Deine Zielgruppe (Hier findest Du einen Artikel zur Zielgruppenanalyse) genau definiert sein. Damit weiß der Verlag sofort, wo Dein Buch einzuordnen ist und kann eine Verkaufsprognose erstellen. Dazu gehört auch die Marktanalyse. Keine Angst, die ist für ein Exposé keine Raketenwissenschaft. Schau einfach auf Amazon oder anderen Plattformen nach, welche anderen Buchtitel zu Deinem Thema schon erschienen sind. Die 10 wichtigsten fasst Du einzeln zusammen und schreibst mit zwei Sätzen dazu, wie Dein Buch sich davon unterscheidet. 

5. Inhaltsangabe und Struktur

Mit der Inhaltsangabe steht und fällt der Erfolg Deines Exposés. Warum? Ganz einfach: Was machst Du in der Buchhandlung, wenn Dich ein Buch interessiert? Du liest den Klappentext und das Inhaltsverzeichnis. Titel und Umschlag bewegen Dich dazu, das Buch in die Hand zu nehmen. Klappentext und Inhaltsverzeichnis überzeugen Dich, das Buch zu kaufen. So ist es auch beim Verlag mit Buchideen. Natürlich kann sich das Inhaltsverzeichnis später noch einmal ändern. Das Exposé ist ja „nur“ ein Entwurf 😉

6. Marketing und PR

Jaaaaa, Marketing und gehören auf jeden Fall in ein gutes Sachbuchexposé. Klar macht der Verlag das auch, aber hier möchte der Verlag wissen, welche Kontakte und Möglichkeiten Du in den Ring werfen kannst. Hast Du Pressekontakte oder Kontakte in Deiner Branche, die Du nutzen kannst, um Dein Buch nach vorne zu bringen? Außerdem interessieren hier Deine Ideen wie man das Marketing für Dein Buch ankurbeln könnte. Wie wäre es beispielsweise mit einem Vorwort von prominenten Expert*innen? Ein Richtwert sind fünf Ideen, die speziell zu Dir und Deinem Buch passen.

7. Probekapitel

Es gibt Schreibcoaches, die erzählen angehenden Autor*innen, dass ein Probekapitel kein Muss ist. Das ist Bullshit. Ein Probekapitel muss sein. Vor allem, wenn Du vorher noch nicht veröffentlicht hast. Wie soll der Verlag sonst Deinen Schreibstil beurteilen? Es gibt Verlage, die ohne Probekapitel Exposés überhaupt nicht anschauen. Es gibt auch Lektor*innen, die lesen nur die Probekapitel. Wenn diese ihnen gefallen, schauen sie sich den Rest erst an. Schnapp Dir also das Kapitel des Buches, welches Du am besten schreiben kannst und welches unentbehrlich für Dein Buch ist. Nimm bitte nicht das Vorwort. Das ist nämlich entbehrlich und bietet keine fundierten, tieferen Einblicke in den Buchnutzen.

Mit diesen sieben Tipps, kannst Du auf jeden Fall loslegen. Und falls Du noch weitere Unterstützung brauchst, dann hör doch mal in den „Erfolgreich schreiben“ Podcast rein oder schau in mein Buch „Von der Idee zum Sachbuch“. Ich wünsche Dir viel Erfolg und freue mich auf Dein Buch!

4 Kommentare

  1. Hallo Anja,

    ich habe 2 Fragen:
    1. Ich lese, vor allem bei Agenturen, dass sie das vollständige Manuskript anfordern, falls die Leseprobe gefällt. Ist es da nicht kontraproduktiv wenn ein solches noch gar nicht existiert?

    2. Wenn man (wie ich) bisher keine vorzeigbare Expertise hat (außer die, das man schon seit man schreiben kann schreibt), kann man irgendetwas tun, um sich in ein etwas vorteilhafteres Licht zu rücken.

    Antworten
  2. Moin Julia,

    bitte entschuldige, dass ich erst jetzt antworte. Irgendwie sind Deine Fragen untergegangen.

    Zu 1. : Warum sollte das kontraproduktiv sein? Du kannst bzw. solltest ja im Exposé angeben, in welchem Stadium sich Dein Manuskript befindet. Sollte sich dann tatsächlich eine Agentur mit genau der von Dir beschriebenen Anfrage melden, kann man ja kurz telefonieren und die weitere Vorgehensweise besprechen.

    Zu 2. : Starte mit dem Bloggen!!! Eine gute Homepage und ein eigener Blog mit Kurzgeschichten und im Sachbuchbereich mit Artikeln zu Deiner Expertise reichen völlig aus. Kein seriöser Verlag und keine seriöse Agentur erwartet mehr von Erstautor*innen

    Antworten
  3. Klasse Anja, vielen lieben Dank!!

    Das aktuellste und beste was man als „angehende“ Autoren finden kann :oD

    Mit Deinen 7 Tipps hast Du genau meine Lücke gefüllt, die mir noch fehlte.

    Um „Haaresbreite“ hätte ich ansonsten mein (aus „meiner“ Sicht „fertiges“) Manuskript an die Verlage gesendet.

    Liebe Grüße,
    Hagen

    Antworten
    • Moin Hagen,
      freut mich, dass Dir der Artikel geholfen hat.
      Ich drück die Daumen, dass ein Verlag anbeißt.
      Herzliche Grüße aus Hamburgs Süden
      Anja

      Antworten

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Anja Niekerken

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