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Sieben Schreib- und Lebens-Lektionen aus 2020

Sieben Schreib- und Lebens-Lektionen aus 2020

Zukunft braucht Herkunft

Anfang des Jahres ist die Zeit, das neue Jahr zu Planen und vor allem zurück auf das alte Jahr zu schauen und daraus zu lernen. Klar sind Ausblick und Planung wichtig, aber bei all dem Visualisierungsgedöns vergessen viele, noch einmal zurück zu schauen und aus dem zu lernen, was war. Hier kommen meine sieben Lektionen aus 2020.

1. Nichts ist sicher

Wenn mir eines im letzten Jahr nochmal ganz bewusst geworden ist, ist, das nichts sicher ist. Im Grunde weiß ich das, aber ich bin, wie vermutlich alle Menschen, eine Verdrängungskünstlerin. Als es dann im März 2020 in den ersten Lockdown ging, war ich wie erstarrt. Damit hatte ich nicht gerechnet. Aber mal ehrlich, wer hatte das schon? Vielleicht ein paar Virologen und ein paar von diesen Überlebenstypen, aber sonst? Dabei hatte ich mein Jahr doch so wunderbar durchgeplant … Am 1. April sollte mein erstes Buch im Droemer Knaur Verlage „Die Kunst, kein Arschloch zu sein“ erscheinen und ich wollte auf Lesereise gehen, um dann im Herbst wieder mit Führungskräftetrainings und Vorträgen zu starten … Alles abgesagt. Zumindest bis zum Herbst. Die Termine wurden später auch noch abgesagt. Nichts ist sicher. Auch wenn wir das gerne glauben. Und das wir das glauben ist auch gut so. Sonst würden wir verrückt werden. Alles okay, aber wenn der Blitz dann eben doch mal einschlägt, sind diejenigen besser aufgestellt, die sich den Mist anschauen und sagen „Okay, wo ist die Mistgabel?“ 

2. Das Leben geht weiter

Noch so ein NoBrainer. Auch das ist mir mal wieder bewusst geworden. Nachdem ich den April in Schockstarre verbracht habe, habe ich mich im Mai neu aufgestellt. Ich bin einfach davon ausgegangen, dass ich mir ein weiteres Standbein für meine Selbstständigkeit aufbauen muss. Das bist Du nämlich als Autor*in: selbstständig. Es sei denn, Du schreibst Deine Bücher neben einer Festanstellung. Das ist bei mir aber nicht der Fall. Und da ich immer wieder gefragt werde, wie man denn Bücher schreibt. Und mir immer wieder Menschen von ihren Buchideen erzählen – ich glaube übrigens, dass das Los aller Autor*innen ist – habe ich mir überlegt ein Buch und einen Onlinekurs zum Schreiben von Sachbüchern rauszugeben. Und daraus sind großartige Dinge entstanden. Ich habe mich bewusst gegen Onlinekurse für Führungskräfte entschieden, weil mir klar war, dass das die großen der Branche jetzt auch alle machen würden. Da ist die Konkurrenz noch größer, als bei Präsenzveranstaltungen. Außerdem dachte ich ja noch, dass ich im Herbst wieder durchstarten könnte … Tja, wie war das noch? Wenn die Menschen Pläne machen, fällt Gott im Himmel vor lachen vom Stuhl … Was soll’s? Jetzt hatte der alte Mann wieder seinen Spaß und ich fange an, meinen neuen Businesszweig wirklich zu mögen. Es hilft ja nichts, sich in die Ecke zu setzen und Trübsal zu blasen. Leider …

3. Du kannst aus Scheiße keine Bonbons machen 

Grundsätzlich bin ich ja auch dafür, dass Leben von der positiven Seite zu sehen. Und tatsächlich sind im letzten Jahr viele gute Sachen passiert, mit denen ich so nicht gerechnet hätte. Aber jetzt mal Butter bei die Fische: Ich hätte besser mit einem ganz normalen Jahr leben können. Mit Seminaren, Vorträgen und Lesungen, die mal mehr mal weniger gut laufen. Ich hätte super auf die Unsicherheit, die auch mich aufgrund dieses bescheuerten Virus immer wieder befällt verzichten können. Und vor allem wären mir die Bilder aus Italien, New York und jetzt auch aus Deutschland gern erspart geblieben. Abgesehen davon könnte ich ganz wunderbar auf die ganzen Debatten zu dem Thema verzichten und super nach wie vor in meiner Heile-Welt-Blase vor mich hin leben … Mein Learning dazu ist, dass ich bei allem mehr oder weniger verordnen Optimismus, traurig, geschockt, verunsichert und wütend sein darf. Egal wie ich manche Dinge drehe und wende, es ist eben nicht alles Trallala und Hopsasa. Und das ist okay. Allerdings ist es wesentlich gesünder auch hier nicht in die Ecke zu kriechen und Trübsal zu blasen. Es hilft auch nicht, den Dingen nicht in die Augen zu sehen … Hinsehen, sich über die eigenen Gefühle klar werden und dann weiter machen. Wenn die Gefühle erst mal durch Dein System durch sind, befreit das ungemein.

4. Schreibtempo: Buch in einem Monat schreiben

Ein paar Dinge über das Schreiben habe ich auch gelernt. Zum Beispiel, dass ich problemlos ein Buch in einem Monat schreiben kann … Klar ist das auch anstrengend, aber es geht. Schreiben ist nämlich vor allem eines: disziplinierte Arbeit. Das wusste ich zwar schon vorher, habe es aber in endgültiger Konsequenz erst im Mai 2020 ausprobiert. Und siehe da, ich hatte Recht. Was mich natürlich begeistert hat, denn ich habe wahnsinnig gern Recht 😉 Außerdem ist dadurch auch gleich nochmal ein Blogartikel bzw. eine Podcastfolge entstanden, wie Du Deine Schreibgeschwindigkeit berechnen kannst. Der Artikel ist nächste bzw. übernächste Woche am Start. Am besten abonnierst Du Dir den Podcast bzw. meinen Newsletter (siehe unten), denn im Januar gibt es jede Menge Planungstools damit Du Dein Buch schreiben kannst.

5. Nach dem Schreiben fängt die Arbeit an

Niemand interessiert sich für Dein Buch … Das ist eine harte Wahrheit, die ich mit meinem ersten Buch „Das Natural Leadership Prinzip“ ziemlich hart gelernt habe und die mir mit „Von der Idee zum Sachbuch“ im letzten Jahr noch einmal ganz deutlich geworden ist. Bei meinem ersten Buch im Selfpublishing habe ich auf den „Veröffentlichen“ Knopf gedrückt und war super aufgeregt. Ich dachte „Jetzt ändert sich mein Leben“ … Und nix ist passiert. Wirklich gar nichts … Mir war damals nicht bewusst, dass pro Jahr rund 70.000 Bücher im Jahr erscheinen und das man, wenn man kein Marketing macht, in der Masse einfach untergeht. Letztes Jahr wusste ich das. Darum habe ich für alle drei Bücher die von mir im letzten Jahr erschienen sind, kräftig die Werbetrommel gerührt. Auch für „Die Kunst, kein Arschloch zu sein“, obwohl der Droemer Knaur Verlag auch seine Vertriebsmaschine angeschmissen hat. Warum? Ganz einfach, weil ich Marketingkanäle aufgebaut habe, die der Verlag so nicht hat. Und im Marketing gilt: Viel hilft viel. Das ist mir noch einmal so richtig bewusst geworden. Auch wenn Du in einem großen Verlag schreibst, bist Du selbst für Deinen Erfolg verantwortlich. Im Selfpublishing erst recht … 

6. Du brauchst eine stabile Fanbase

Wenn Du als Autor*in Erfolg haben willst, brauchst Du eine stabile Fanbase. Auch das wusste ich schon vorher. Aber, und das ist ein neues Learning aus 2020, Du musst mit dieser Fanbase auch – wie sagt man so schön Neudeutsch – conecten. Du musst mit Deinen Fans in Kontakt treten und sie auch ein Stück teilhaben lassen. Sebastian Fitzek macht das par excellence. Darüber habe ich mit ihm rund um unser Interview im „Erfolgreich schreiben“ Podcast gesprochen. Das hat mich wirklich beeindruckt und daraus habe ich viel für meine Fanarbeit mitgenommen. Inzwischen hat mein Instagramkanal, den ich im Mai 2020 gestartet habe, über 2.000 Follower*innen und wächst wöchentlich mit rund 50 Follower*innen. Dort und über meinen wöchentlichen Newsletter (siehe unten) halte ich Kontakt und gebe Tipps rund ums Schreiben. Ach ja und alle zwei Wochen gehe ich auf meinem Instagramkanal live und beantworte Fragen rund ums Schreiben und meine Bücher. Und das beste daran: Es macht irre viel Spaß und ich habe darüber tolle Menschen kennengelernt. Eine stabile Fanbase ist eben keine Einbahnstraße 🙂

7. Nach dem Buch ist vor dem Buch

Wenn ein Buch das Licht der Welt erblickt hat, dann ist man zwar mitten im Marketing, aber das nächste Buch ist schon im Kopf und will raus. Dadurch, dass 2020 so verrückt war, stand mein nächstes Buch für 2021 im Droemer Knaur Verlag zwar fest, wurde aber um ein Jahr verschoben. Da auch die Verlagsbranche mit den Auswirkungen von Corona zu kämpfen hat, konnten wir bisher noch keine Alternative erarbeiten. Da in so einem großen Verlag ein Buch mindestens ein Jahr Vorlauf hat, wird es für nächstes Jahr eng. Das ist wie es ist. Trotzdem liegen viele Ideen bereits vor und werden sicher irgendwann ausgearbeitet. Da ein Jahr ohne Buch für mich nicht in Frage kommt, wird es noch im ersten Quartal 2021 wieder ein Buch im Selfpublishing geben. Und zwar „Marketing für Autor*innen“ (noch Arbeitstitel). Denn Klappern gehört halt zum Handwerk und gute Bücher sollten nicht geschrieben, sondern auch gelesen werden.

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