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Von der Idee zum Sachbuch: Deine ersten drei Schritte zum eigenen Buch

Deine ersten 3 Schritte zum eigenen Buch

„Anja, ich hab folgende Idee für ein Buch …..“ Es folgt in der Regel eine sehr lange, ausführliche und manchmal auch ziemlich komplizierte Erklärung. Und dann kommt fast immer die Frage „Aber wie und wo fange ich denn jetzt mit dem Schreiben an?“ Ein Gesprächsauftakt, der mir mit trauter Regelmäßigkeit begegnet. Spätestens, wenn ich zugegeben habe, dass ich Autorin bin … 😉

Im Grunde ist es überhaupt nicht schwer, mit dem Schreiben zu beginnen. Wenn man weiß wo … Das ist eine unglaublich Klugscheißer-Antwort. Ich weiß … Was ich damit tatsächlich sagen will ist, dass es weder Talent, noch irgendeines Geheimwissens bedarf, um mit dem Schreiben zu beginnen. Denn gute Sachbücher sind wie gute Musikkompositionen. Sie folgen bestimmten Regeln!

Hier kommen drei Tipps, wie Du den Einstieg ins Schreiben Deines Sachbuches schaffst:

#1: Was ist die Grundthese Deines Buches?

Jedes gute Sachbuch hat eine Grundthese. Dabei handelt es sich um die Essenz des Buches in 1-3 Sätzen. Alle Grundthesen, die mehr als 3 Sätze benötigen, sind keine Grundthesen mehr und führen damit in der Regel zu nicht wirklich guten Büchern. Oder, sie verhindern, das Schreiben an sich. 

Nehmen wir das Eingangs erwähnte Beispiel: Die lange ausführliche Beschreibung zeigt, das die Autor*innen in spe noch keine Klarheit über die eigenen Gedanken und damit über die Grundthese ihres Buches haben. Wenn Du nicht in 1-3 Sätzen die Idee Deines Buches erklären kannst, dann ist noch ein wenig Denkarbeit nötig. Erfahrungsgemäß sind die Ideen von Erstautor*innen zu komplex. Das heißt, dass zu viel in diesem Buch erklärt werden soll. Das liegt zum einen daran, dass die Idee im Grunde noch nicht ausgereift ist und zum anderen an der Angst, mit weniger Ideenmaterial das Buch nicht vollzubekommen.

Nehmen wir ein Beispiel: „Wie man besser kommuniziert“ ist ein wahnsinnig weites Feld. Denn das Thema „Kommunikation“ gibt unglaublich viel her. Jetzt ist die Frage: Wie kommuniziert man denn besser? Darauf gibt es wieder ziemlich viele Antworten … Ich habe mich bei meinem Buch „Das Geheimnis richtigen Zuhörens“ auf einen einzigen Aspekt beschränkt: das Zuhören. Weitere mögliche Aspekte wären Empathie, gehirngerechte Ansprache oder Ansprache von digital Natives … Daran kann man sehr gut erkennen, dass die Grundthese eben nicht „Wie man besser kommuniziert“ ist, sondern das Element, wodurch die Kommunikation besser wird. 

Ein weiteres Beispiel wäre die Idee ein Buch über Yoga und seine positiven Auswirkungen zu schreiben. Das ist wieder ein sehr weit gestecktes Feld. Ein gute Grundthese wäre so etwas wie: Train your Brain durch Yoga. Also: welche Einflüsse Yoga auf unser Gehirn hat und die entsprechenden Übungen dazu. Oder „Asanas fürs Büro – Fit am Schreibtisch“ …

Mit anderen Worten: Beschränke Dich auf das Wesentliche!

#2: Wer ist Deine Zielgruppe? Wer liest Dein Buch?

Für wen schreibst Du? Selbst in der Belletristik ist das Wesentlich. Stell Dir vor, Enid Blyton hätte nicht ganz klar gewusst, dass „Fünf Freunde“ für eine Zielgruppe zwischen 8 und 14 Jahren ist … Die Sprachwahl wird dadurch ganz entscheidend beeinflusst. 

Im Sachbuchbereich kommt noch dazu, dass Du in der Regel ein Problem mit Deinem Buch löst bzw. Eine Frage beantwortest. Und Deine Frage ist somit: Wer sucht nach Deiner Antwort? Am Beispiel von „Von der Idee zum Sachbuch“ können wir das sehr gut fest machen. Grundsätzlich ist das Buch ein Buch über das Schreiben. Aber es ist schon etwas spezifischer. Es ist ein Buch über das Schreiben von Sachbüchern. Es geht nicht um Blogartikel und auch nicht um Romane … Damit ist es für Menschen, die diese Dinge schreiben wollen, nur am Rand interessant. Darüber hinaus ist das Buch sogar noch spezifischer. Es geht grundsätzlich zwar um das Schreiben von Sachbüchern, dass Ziel des Buches ist aber ein fertiges Exposé. Mit anderen Worten geht es darum, ein Buch im Verlag unterzubringen. Daher wird das Marketing nur am Rande erwähnt. Schreibtechniken und Schreibblockaden werden besprochen. Das klingt zwar so, als ob das nicht zum Ziel passt, tut es aber doch, weil für ein Exposé eine Schreibprobe bzw. Ein Probekapitel geschrieben werden muss und auch die Schreibgeschwindigkeit grob umrissen werden sollte. 

Hier geht’s zum kostenlosen Probekapitel aus “Von der Idee zum Sachbuch”

Jetzt ist die Frage: Wer will bzw. muss ein Exposé schreiben? Alle, die in einem Verlag veröffentlichen wollen. Und das sind wiederum nicht alle, die ein Sachbuch schreiben wollen. Wenn Du beispielsweise Dein Herzensthema in die Welt tragen willst, dann ist ein Verlag nicht zwingend notwendig. Self-Publishing ist hierfür ein guter Weg. Wenn Du aber Deine Expertise untermauern willst, beispielsweise als Coach, Trainer*in oder Speaker*in, dann macht ein Verlag durchaus Sinn bzw. ist aus meiner Sicht unbedingt notwendig. Denn wenn ein Verlag an Dich glaubt, ist eine Empfehlung, ein Testimonial einer großen Institution, die Deine Glaubwürdigkeit vervielfacht. Das bietet Selfpublishing in dieser Form nicht.

Zurück zur Zielgruppe! Jetzt ist noch die Frage, wie alt ist meine Kernzielgruppe? Achtung: Kernzielgruppe bedeutet nicht, dass alle anderen das Buch nicht lesen können oder für sie nicht interessant ist. Es bedeutet, dass in dieser Gruppe das Interesse am Höchsten ist. Darüber hinaus ist auch die Frage, ob Deine Zielgruppe eher männlich oder weiblich ist. Grundsätzlich ist dabei zu bedenken, dass Frauen mehr lesen, als Männer. Obwohl es natürlich spezifische Männerthemen gibt. Noch ein Beispiel: Mich würde mal ein Buch interessieren mit dem Thema „Papa werden“. Schwangerschaft für Väter 🙂 Das klingt lustig, ist aber ernst gemeint. Überleg mal, wer das Buch lesen soll und wer das Buch wahrscheinlich kauft … 

Kurz: Je spezifischer Deine Kernzielgruppe definiert ist, umso einfacher ist das Schreiben. Denn Du weißt ja genau, mit wem Du sprichst. Mehr zum Thema Zielgruppe findest Du im Buch „Von der Idee zum Sachbuch“. Dort erfährst Du auch, wie Du Personas anlegst und wie diese Dir beim Schreiben helfen.

#3: Welches Problem löst Dein Buch

Diese Frage ist eng verknüpft mit der Frage nach Deiner Kernzielgruppe. Darum habe ich bewusst beide Themen nicht strikt getrennt. Ich greife die Problemlösung aber noch einmal auf, weil sie Dir später bei der Strukturierung gute Dienste leistet. 

Frage Dich: Was ist die Ausgangsposition meiner Leser*innen und wo stehen sie nach dem Lesen meines Buches. Ein gutes Sachbuch führt die Leser*innen von A nach B. B ist der Punkt, an dem Du bist. Es ist Dein Wissensstand. Jetzt ist die Frage: Wo stehen Deine Leser*innen? Wo muss ich sie abholen? Manchmal ist die Antwort nicht ganz so einfach, denn die Leser*innen stehen an verschiedenen Punkten und haben oft auch noch verschiedene Probleme. Wenn das der Fall ist weißt Du, Du darfst noch einmal einen Schritt zurück gehen und Deine Zielgruppe noch einmal schärfen. Gute Sachbücher haben einen klaren Startpunkt.

Hast Du das Zeug zum Buch schreiben? Mach jetzt den Test!

Nehmen wir doch noch einmal die Idee mit der Schwangerschaftsbegleitung für Väter …Natürlich können auch Väter das Buch lesen, deren Frauen bereits das zweite oder dritte Kind erwarten. Dann hast Du noch Themen im Buch wie beispielsweise „Wie das Geschwisterchen einbinden“ oder ähnliches. Die Frage ist, ist das wirklich Deine Kernzielgruppe? Meine Empfehlung ist, sich hier auf die Neu-Papas, deren Frauen ihr erstes Kind bekommen zu beschränken, um noch mehr auf deren Sorgen und Nöte einzugehen und, wenn das Buch gut läuft, ein Folgebuch zu schreiben 😉

Ein weiteres Beispiel ist noch einmal „Von der Idee zum Sachbuch“. Dieses Buch richtet sich klar an Sachbuchautor*innen, die zum ersten Mal ein Buch bzw. Ein Exposé schreiben wollen. Genau aus dem Grund ist der Marketingteil zu Gunsten von Idee, Thema, Struktur etc. nur angedeutet. Und auch hier macht ein Folgebuch „Marketing für Sachbuchautor*innen“ auf jeden Fall Sinn. Ihr dürft also gespannt sein 😉

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