Warum Autor*innen einen Newsletter schreiben sollten …

Warum Autor*innen einen Newsletter schreiben sollten …

16. Mai 2021

Was ist eigentlich dieses ominöse E-Mailmarketing? Und bringt das überhaupt was für Autor*innen? Außerdem kostet das doch wahnsinnig viel Zeit … Abgesehen davon, muss man technisch auch echt fit sein … Die schnellen Antworten: Eine wahnsinnig gute Möglichkeit sich eine solide Fanbase aufzubauen. Ja. Nein. Geht so … Aber mal von vorn und ein wenig ausführlicher.

Was ist eigentlich E-Mailmarketing? Und warum es von der schreibenden Zunft dramatisch unterschätzt wird …

Ganz einfach ausgedrückt ist es der Verkauf bzw. die Vermarktung von Produkten über E-Mails. Und genau an diesem Punkt steigen die meisten Autorinnen und Autoren bereits aus. Sie denken schlicht und ergreifend, dass sie ja ihre Bücher nicht über E-Mails verkaufen, also bräuchten sie das Ganze Trara auch nicht. Dabei übersehen sie, dass es auch um Vermarktung geht. Vermarktung bedeutet nicht nur „verkaufen“. Vermarktung bedeutet in diesem Fall vor allem „Marketing“ und „Beziehungsaufbau“ … Auch hier steigen viele wieder aus, denn sie machen ja schon Facebook, Instagram und Co. … Das Blöde an diesen Plattformen ist aber, dass uns die Daten unserer Follower*innen nicht gehören und das wir keinen Zugriff darauf haben, wann wir wen kontaktieren können. Es sei denn, wir schreiben mühsam tausende PN (Private Nachrichten) …

Wenn wir also gezielt mit unseren Leser*innen kommunizieren wollen und vor allem nicht wollen, dass irgendein Fremdkonzern bestimmt, ob wir überhaupt mit unseren Fans kommunizieren dürfen, dann ist E-Mailmarketing das Instrument der Wahl. Das heißt nicht, dass Du Social Media vernachlässigen solltest, schließlich musst Du ja irgendwie mit Deinen Fans in Kontakt kommen. Aber Dein wichtigster Kommunikationskanal ist und bleibt die persönliche E-Mail.

Diese Werbeemails nerven und mir fällt auch nicht jede Woche was Gutes ein ….

Ja, Werbeemails nerven. Da bin ich Deiner Meinung. Ich lösche Werbeemails auch sofort wieder. Was aber, wenn Deine E-Mails keine Werbeemails wären? Was, wenn es E-Mails wären, die Deine Leserschaft unterhalten oder in ihrer persönlichen Entwicklung weiter bringen? Im Marketingjargon spricht man in diesem Moment davon, den Kund*innen bzw. Fans Mehrwert zu bieten. Dabei ist es vollkommen irrelevant, ob Du aus der Belletristik oder aus dem Sachbuchbereich kommst. Klar, Sachbuchautor*innen haben es auf den ersten Blick leichter, denn sie kommen ja aus der Ecke „Ideen, Rat und Lebenshilfe“ und können dazu Mehrwert bieten. Das ist aber zu kurz gedacht. Denn auch als Belletristikautor*in hast Du die Möglichkeit Mehrwert zu bieten. Selbst wenn Dir nichts einfällt … 

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Beispielsweise hat ein Speakerkollege eine ganze Zeit einen wöchentlichen Newsletter mit folgenden Inhalten versendet: Gelesen • Gehört • Gesehen • Gedacht • Gekauft … Und zu jedem Punkt hat er drei bis vier Sätze geschrieben: Was hat er gelesen. Wie hat es ihm gefallen. Und warum hat es ihm gefallen oder auch nicht. Und genauso ist er mit allen Punkten vorgegangen. Das klingt zwar banal, aber alle Sachen zahlten natürlich immer auf seine Marke ein: nachhaltig, nachdenklich aber auch lebensbejahend. Ich habe das auch mal kurz versucht, passt aber nicht zu mir, da ich eher die Sabbeltasche bin 😉 Also, an diesem Beispiel kannst Du erkennen, dass es am Anfang vielleicht ein wenig Hirnschmalz braucht, um ein gutes Newsletterkonzept zu erstellen. Aber für Autor*innen die sich ganze Bücher ausdenken, sollte das eigentlich nicht so schwer sein. Schau, was Dich ausmacht, was Du gut kannst und welche Facetten Deiner Persönlichkeit Du ohne Probleme öffentlich machen kannst und willst. Und dann überlege Dir, was Du gern erzählst und teilst. Ich habe beispielsweise – Überraschung – mega Freude an Psychologie, Marketing und Schreiben. Dazu fällt mir immer etwas ein. Und selbst wenn mir mal nix einfällt, dann schreibe ich eben darüber 🙂

Dafür habe ich keine Zeit …

Das kann ich gut nachvollziehen. Zeit ist rein rares Gut. Und wir müssen uns halt gut überlegen, wie wir dieses rare Gut nutzen. Aber bevor Du mit diesen Überlegungen anfängst, solltest Du Dir meiner Ansicht nach noch eine andere Frage stellen. Nämlich: Will ich meine Bücher erfolgreich verkaufen und ggf. Irgendwann vom Schreiben leben? Wenn die Antwort „Nein“ ist, dann lies jetzt nicht weiter. Denn dafür ist Deine Zeit zu kostbar. Wenn die Antwort aber „Ja“ oder „Ja, aber …“ ist, gib mir noch ein paar Sätze, um rauszuarbeiten, warum die Zeit für Newsletter gut investierte Zeit ist. 

Erstmal habe ich noch einen Fakt für Dich, der Dich vom Projekt „Newsletter“ abhalten könnte: Es dauert eine Weile, bis Du so viele Newsletterabonennten in Deiner Liste hast, dass Du einen Effekt spürst … Achtung! Phrasendreschmaschine angeworfen: Marketing, egal welche der vielen möglichen Maßnahmen, ist ein Marathon. Kein Sprint … Ich hasse diesen Satz, aber er ist einfach wahr … Bring also etwas Geduld mit. 

Jetzt aber zu den Vorteilen: Ein riesiger Vorteil ist, dass die Menschen, die Deinen Newsletter lesen auch wirklich Fans sind. Einige mehr, andere weniger, aber sie interessieren sich für das was DU tust. Du hast keine sogenannten Streuverluste. Jeder Schuss ist damit ein Treffer. Abgesehen davon ist es eher selten, dass sich Trolle in Deine Newsletterliste verirren. Und wenn ja, einfach sperren und schon ist Ruhe. Es ist also ein sehr angenehmes Kommunikationsmedium, da Du hier ausschließlich mit Menschen kommunizierst, die sich für das interessieren, was Du tust. 

Wobei hilft Dir Deine Newslettercommunity noch? Beispielsweise beim Probelesen oder bei Leserunden. Probelesen auf Fremdplattformen wie Lovelybooks oder auch Social Media Plattformen zu initiieren funktioniert zwar auch, birgt aber auch viel Frustrationspotenzial. Beispielsweise werden zugesagte Rezensionen gar nicht geschrieben oder von anderen einfach kopiert. Noch blöder: Du erhältst keine Vorwarnung, wenn Dein Buch nicht gefällt. In der Regel, welche Ausnahmen natürlich immer mal wieder bestätigen, passiert das bei Deiner Newslettercommunity nicht. Du erhältst wertschätzendes Feedback und Rezensionen die wirklich toll sind. Meine weltbeste Newslettercommunity hat mir bei „Marketing für Autor*innen“ nicht nur tolle Anmerkungen geschickt, sondern auch mega Rezensionen spendiert. Das war richtig toll. So macht Schreiben Spaß. Und genau diese Rezensionen sind jetzt beim Buchverkauf einfach Gold wert. 

Und natürlich kauft Deine Newslettercommunity auch als erstes Deine Bücher. In dem Moment, in dem der Startschuss fällt, wird auch gekauft. Dabei musst Du gar nicht Hardcore-Werbung machen. Einfach eine Info, dass Du mega aufgeregt bist, weil es jetzt los geht. Das hilft natürlich auch im Ranking der großen Buchhandelsplattformen.

Endgegener Nummer 1: Die Technik

Auch hier: gemach, gemach! So schlimm ist das alles nicht. Und im Zweifel lässt Du Dir das Ganze einmal aufsetzen. Musst Du aber nicht. Alles was Du brauchst ist den Willen, etwas Neues zu lernen und die Herausforderung anzunehmen. 

Es gibt wahnsinnig viele Plattformen, die Newsletter anbieten z.B. Mailchimp, ActiveCampaign oder SendinBlue … Für welche Du Dich entscheidest, ist im Grunde nebensächlich. Schau einfach, welche Du am besten verstehst und los geht’s. Alle Plattformen bieten kostenlose Kurse und gute Unterstützung, wie man das jeweilige Tool einrichtet und in die eigene Webseite integriert. Ich habe das am Anfang noch selbst gemacht, um Geld zu sparen. Heute gebe ich das an meine Webprogrammiererin, denn die Zeit, kann ich anderweitig tatsächlich besser nutzen. Das hat dann halt einen monetären Preis. Macht sich inzwischen aber doppelt und dreifach bezahlt. Trotzdem ist es gar nicht so schlecht, es am Anfang alles einmal selbst zu machen. Das hat den Vorteil, dass Du verstehst, was da passiert und Du kannst später halbwegs auf Augehöhe mit Deinen Webdesigner*innen kommunizieren.

Panikauslöser Nummer 1: Die DSGVO

Die deutsche Datenschutzverordnung ist gar nicht so dramatisch (Hinweis: Das hier ist keine Rechtsberatung!). Der Grundtenor ist, dass in Deutschland die Verbraucher*innen zustimmen müssen, wenn Du ihre Daten speicherst. Beim E-Mailmarketing bzw. bei Deiner Newsletterliste machst Du das mit dem sogenannten Double-Opt-in. Das heißt, dass sich jemand auf Deiner Webseite für Deinen Newsletter einträgt und dann eine Bestätigungsemail erhält. Diese muss dann noch einmal angeklickt werden und dann erst ist das Abo abgeschlossen. So wird verhindert, dass nicht Hans und Franz Deine E-Mailadresse in diverse Newsletter eintragen können und es wird noch einmal deutlich gemacht, dass Deine E-Mailadresse zu Werbezwecken gespeichert wird. Ich finde das völlig okay. Es ist sogar von Vorteil, denn alle, die diesen Prozess durchlaufen, wollen wirklich mit Dir in Kontakt treten bzw. Infos von Dir erhalten. Alle anderen will Du ja gar nicht auf Deiner Liste haben. 

Fazit: 

Einen Newsletter aufzusetzen ist am Anfang vielleicht etwas anstrengend, lohnt sich aber auf jeden Fall. Und wer mindestens alle zwei Wochen (das ist schon Minimum, um eine Beziehung zu Deiner Fanbase aufzubauen) schreibt, baut sich langfristig eine treue Fancommunity auf.

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Anja Niekerken

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