Warum Du im Kreativ-Tief steckst und wie Du da raus kommst

Warum Du im Kreativ-Tief steckst und wie Du da raus kommst

23. Oktober 2022

Kreativität braucht Pausen

Wer Bücher schreibt, braucht Pausen, weil Kreativität Pausen braucht. Soweit so klar. Das klappt halt nicht immer. Viele Autorinnen und Autoren schreiben nebenher. Und das nicht bloß als reines Hobby. Da ist das mit den Pausen oft nicht so einfach. Und dann flötet die Selbstoptimierungsindustrie das nächste fröhliche „Du kannst alles schaffen, was Du willst“ ins Ohr. Das verstehen wir dann gern mal falsch und vergessen auch mal einen Gang runterzuschalten.

Wir sind Arbeitstiere. Keine Frage. Müde sein ist was für Anfänger*innen, oder nicht? Frei nehmen tun sich nur Anfänger*innen. Wer im normalen Job pünktlich das Büro verlässt, dem rufen wir lässig hinterher, ob er einen halben Tag freigenommen hätte. Dabei sind Pausen für effektive und effizientes Arbeiten unumgänglich.

Jaaa, na klar … Das ist doch nur ein Argument für die Looser, die ihre Arbeit nicht lieben. Wer seine Arbeit liebt, der braucht keine Pause! Wenn ich solche Schmidtchen-Schlau Argumente höre, muss ich sehr breit grinsen. Denn etwas zu lieben heißt nicht, keine Pause zu machen. Wer seinen Partner liebt, der knutscht ihn ja auch nicht 24/7 ab oder?

Spaß bei Seite: Unser Gehirn braucht Pausen! Das ist ein biologischer Fakt, den wir gern klein quatschen können. Wahr bleibt er deshalb trotzdem. Die Wissenschaft ist sich da einig. Leonard Mlodinow, ein Physiker, der auch zwei Bücher zusammen mit Stephen Hawking verfasst hat, hat kürzlich in seinem Buch „Elastic“ wissenschaftliche Forschungen zum Thema Freizeit veröffentlicht. Er zeigt, dass eine Auszeit unser Wohlbefinden verbessert:

„Auch wenn manche das“ Nichtstun“ für unproduktiv halten, ist ein Mangel an Pausen schlecht für unser Wohlbefinden, da unser Hirn nur in der Lage ist, zu lernen, wenn es in den Pausen verarbeiten kann, was wir kürzlich erlebt oder gelernt haben.“ Mit der Kreativität ist es ähnlich. Sie entsteht in den Pausen.

Menschen, die sich keine Zeit nehmen, um nichts zu tun, denken zu kurzfristig. „Ich möchte meine Ziele erreichen! Ich will kreativ sein: JETZT!“

Kurzfristiges Denken schadet aber wie immer der langfristigen Entwicklung und der persönlichen Weiterentwicklung. Und es schadet dem Schreiben. Natürlich geben uns die Arbeit und Schreiben Energie, aber wenn das die einzige Energiequelle ist, dann brennen wir ganz schnell aus. Die Ergebnisse werden auf Dauer nicht besser, sondern schlechter. Burn-out und Depressionen sind die Folgen.

Vorbeugen ist besser als Nachsorgen

Vorbeugen ist besser als Nachsorgen. Das ist so klischeehaft, dass es zum Chef-Klischee ernannt werden sollte. Aber mal ehrlich? Wie oft halten wir uns daran? Meistens machen wir doch so weiter wie bisher und wundern uns dann, wenn wir Kopfschmerzen haben, schlecht gelaunt sind oder uns die Arbeit einfach nicht mehr so gut von der Hand geht. Wir sind manchmal echte Vollpfosten.

Dale Carnegie, ein Selbsthilfepionier und Autor von „Sorge Dich nicht. Lebe!“ , sagte: „Um Müdigkeit und Sorgen zu vermeiden, lautet die erste Regel: Ruhe Dich oft aus. Ruhe Dich aus, bevor du müde wirst. “

Sich immer rechtzeitig Auszeiten zu nehmen hat mehrere Vorteile:

4e467dd5 3084 43a5 ad5f fc40b1e0bc04

Hier klicken und Link zum Download anfordern. Zusätzlich erhältst Du meinen wöchentlichen Newsletter mit Tipps rund ums Schreiben und rund ums Buchmarketing.

1. So überprüfst Du, ob Du wirklich die richtigen Dinge tust

Bei der Arbeit sowie beim Schreiben kenne ich zwei Modi:

1. Ausführung

2. Denken

Im Ausführungsmodus kannst Du Stunden, Tage oder Monate hintereinander arbeiten. Tatsächlich kenne ich Leute, die sich seit Jahren im Ausführungsmodus befinden.

Sie haben sich nie Zeit genommen, um zu reflektieren, was sie da genau tun oder um einmal in Ruhe darüber nachzudenken. Das Ergebnis sind Midlife-Crisis, Burn-out oder chronische Krankheiten … Aber zum Reflektieren braucht man eben Pausen.

Klar sind die Stimmen, die sich dann im Kopf melden, auch mal anstrengend. Sich mit sich selbst auseinanderzusetzen ist nicht unbedingt ein Fest. Aber nur so können wir feststellen, ob wir noch auf dem richtigen Weg unterwegs sind. Beschäftigung hält uns davon.

Wie viel Zeit jeder Einzelne braucht, bis tatsächlich Ruhe im Gedankensturm eingekehrt ist, ist individuell unterschiedlich. Bei mir setzt erst einmal ein paar Tage Denkunfähigkeit ein und dann kommen langsam die reflektierenden Gedanken und neue Ideen. Es gibt aber auch Menschen, die erst einmal Kopfkino ohne Ende haben. Nichtstun und das Gehirn einfach mal in Ruhe zu lassen, will gelernt sein. Smartphones und Computer sind da übrigens nicht hilfreich. Mir hilft es, aufs Meer zu starren. Oder auf irgendeine atemberaubende Naturlandschaft.

Außerdem beschäftige ich mich in meinen Auszeiten mit anderen Dingen. Ich probiere neue Hobbys aus, lese Bücher und schaue mir die Gegend an. Dann fühle ich mich gut, habe neue Energie und freue mich darauf, wieder an die Arbeit zu gehen. Das ist auch schon der nächste Tipp.

2. Wie Du Deine Ideen auf Herz und Nieren prüfst

Pausen sind prima dafür geeignet, die eigenen Ideen zu sortieren. Jedes Gehirn spuckt am laufenden Band Ideen aus. Die Frage ist nur: Was fangen wir damit an?

Wir haben alle Ideen. Nicht nur Geschäftsideen.

"Ich möchte das Wohnzimmer neu einrichten."

"Ich möchte von im Bulli um die Welt fahren."

"Ich möchte ein Buch schreiben."

Alles super Ideen, aber was wird am Ende draus? Damit aus einer Idee Realität wird, braucht es im Vorweg Denkarbeit. Nämlich dazu, wie die Idee am besten umgesetzt werden kann. Je gründlicher die Denkarbeit am Anfang geleistet wurde, umso weniger Korrekturen sind nachher bei der Ausführung nötig.

3. Mehr Musik, mehr Filme, mehr Kunst …

Alles, was Dich auf neue Gedanken bringt, hilft:

Ein gutes Lied, Film, Gemälde, Buch, Gedicht, Artikel, Bild, Skulptur, egal! Alles, was Dir Freude macht und Dich inspiriert funktioniert. Geh einfach mal wieder ins Museum oder schau Dir einen guten Film an.

Das Beste an jeglicher Form von Kunst ist, dass sie die Stimmung hebt. Und natürlich ist der der gute Laune hat, kreativ.

Wie wäre es mal wieder mit ein paar Klassikern? Songs von Bob Dylan, Marvin Gaye und Janis Joplin. Oder ein paar Filmen von Alfred Hitchcock und Francis Ford Coppola an. Oder Literatur von Ernest Hemingway oder Thomas Mann?

Millionen anderer Menschen wurden schon durch die Klassiker inspiriert. Warum sollte es bei Dir anders sein?

4. Wie Du Dich auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben konzentrierst

„Und? Was machst Du so".

Auf diese Frage antworten 99 % der Menschen in unseren Breitengraden mit ihrem Berufsbild. Unser modernes Leben zwingt uns fast dazu, dass wir uns mit der Arbeit zu identifizieren. Aber das sind doch nicht wir. Ich bin doch nicht mein Job. Das ist nur ein klitzekleiner Teil von mir.

Ich habe eine Familie, Freunde, Hobbys, Leidenschaften und schließlich haben, dann habe ich auch noch einen Job. Und ja, der ist mir wichtig. Aber das sind die anderen Dinge eben auch.

Was ist Dir wichtig im Leben? Nimm Dir dafür Zeit. Mach einen Familienurlaub. Geh mit Freunden Mountainbiken oder was Du sonst so mit Deinen Freunden anstellst.

Wenn Du Zeit in Beziehungen investierst, bildest Du Gruppenerinnerungen. Das stärkt nicht nur Deine Beziehungen. Dein Hirn findet das super. Es steht auf Gruppenerinnerungen und arbeitet gleich wieder viel besser.

Aber denk dabei auch an dich. Was sind deine Hobbys? Worüber möchten Sie mehr erfahren? Wovon hast du geträumt? Auf gehts

5. Warum Nichtstun schnell langweilig wird

Es gibt einen Grund, warum Menschen arbeiten bzw. schreiben. Wir sind dafür gebaut, Dinge zu machen. Ich glaube, dass der Sinn des Lebens unter anderem darin besteht, nützlich zu sein.

Sich nützlich zu machen, führt letztendlich zu einem sinnvollen Leben, das alle menschlichen Bedürfnisse befriedigt.

Deshalb macht uns zu viel Ruhe irgendwann unruhig. Zu viel des Guten ist eben auch nicht gut. Der goldene Mittelweg ist mal wieder das Maß der Dinge. Körper und Geist wollen schließlich auch benutzt werden.

Daher ist die letzte Lektion, die ich aus dem Nichtstun gelernt habe, folgende: Nach der Ruhe kommt die Arbeit und das Schreiben.

Und was kommt nach der Arbeit? Wer jetzt mit "Mehr Arbeit" antwortet, hat den Punkt nicht verstanden. Entweder brauchst Du mehr Ruhe, oder Du fängst einfach nochmal von vorn zu lesen an 😉

Wie ist das bei Dir? Schreib mir gern in die Kommentare.

ebook Wie man neue Leser*innen gewinnt
Auf das Bild klicken und für 0,- Euro downloaden

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Artikelsuche



Beliebte Beiträge