Wie die 1% Regel beim Buch schreiben hilft

12. Dezember 2021

Auszug aus „Tschüss Schreibblockade! Hallo Schreibflow! Mindset für Autor*innen“

Ein Buch zu schreiben und ggf. noch in einer bestimmten Zeit klingt auch für erfahrene Autor*innen nach einer riesigen Herausforderung. Auch für mich ist dieses Buch eine echte Mindsetchallenge, wie man so schön Neudeutsch sagt. Denn ich habe meine Lektorin gebucht, bevor ich mit dem Schreiben angefangen habe. Okay, die Struktur stand, aber geschrieben hatte ich noch nichts. Und damit war klar, dass ich in 6 Wochen mit dem ersten Entwurf würde durch sein müssen. Das klingt erstmal nach Stress, aber zum einen weiß ich ja, wieviel ich pro Tag ohne Probleme schreiben kann. Ich muss mich zwar disziplinieren, aber wenn der Laptop erstmal auf dem Schoß liegt, Buchdatei geöffnet ist und ich schaue, welches Kapitel heute dran ist, dann schreibe ich das eben runter. Dazu muss man natürlich wissen, dass ich jahrelang im Marketing gearbeitet und jede Menge Texte nach Zeitplan geschrieben habe. Außerdem stehen inzwischen acht Bücher auf meiner „Haben“ Seite. Das hier ist das Neunte. Damit will ich nicht angeben, sondern deutlich machen, dass ich inzwischen sehr gut einschätzen kann, was ich in welcher Zeit schaffen kann. Vor allem, wenn ich mich mit der Buchidee schon lange beschäftigt habe. Aber ich habe auch immer noch den Traum, einen Roman zu schreiben. Und auf diesem Gebiet bin ich auch noch absolute Anfängerin. Aktuell hält mich die Zeitausrede aus dem vorigen Kapitel noch ab. Aber immerhin habe ich das Argument schon mal als Ausrede entlarvt. Mal sehen, wie lange es noch dauert, bis ich soweit bin und wirklich mit dem Schreiben bzw. mit der Entwicklung der Geschichte loslege. 

Auch wenn ich noch nicht losgelegt habe, werde ich vermutlich die 1% Methode anwenden. Im Grunde ist die Methode einfach, denn sie funktioniert genauso, wie sie heißt: Jeden Tag 1% zu machen, von dem was man sich vorgenommen hat … Also: Wenn Du ein Buch mit 300 Seiten schreiben willst, schreibst Du pro Tag drei Seiten. Achtung! Drei Buchseiten sind keine Din A 4 Seiten. Das ist viel weniger! Und das ist ganz locker machbar. 

Ein Buch zu schreiben bedeutet, neue Gewohnheiten zu kreiieren

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Die Idee hinter der 1% Methode ist zum Einen, Gewohnheiten zu kreieren. Du erinnerst Dich an die zwei Systeme in unserem Gehirn? Und mit dieser Methode legst Du die Latte so niedrig wie möglich. Aber Du hüpfst jeden Tag drüber. Weil die Latte so niedrig liegt, fällt es uns leicht, die Aufgabe eben schnell anzugehen. Wenn wir das eine Weile jeden Tag durchziehen, können wir entweder so weiter machen oder wir legen nochmal ein halbes oder ein ganzes Prozent drauf und so weiter und so fort … Ein schönes Beispiel ist der von mir bereits viel zitierte Marathon. Wenn Du irgendwann einen Marathon laufen willst, dann ist es wichtig, dass Du Laufgewohnheiten entwickelst. Das kostet sehr viel Willenskraft, wenn Du sofort in einen harten Trainingsplan einsteigst. Kein Problem, wenn Du Spaß daran hast. Wenn Du lauftechnisch aber eher so gestrickt bist wie ich, dann würdest Du nach kurzer Zeit mit dem Training wieder aufhören, oder, und das ist bei mir wahrscheinlicher, gar nicht erst anfangen … Oder Du versuchst es mit der 1% Methode. In der Anfangsphase nimmst Du Dir nur vor, Deine Laufklamotten anzuziehen und bis zur ersten Ecke zu laufen. Mehr nicht! Das ist ziemlich locker zu schaffen. Natürlich kannst Du auch weiter laufen. Aber Du passt Dein Laufziel mindestens 30 Tage lang nicht an. Ja, dann dauert es mit dem Marathon halt eine Weile, aber – und das ist das Schöne an der Methode – in der Regel können wir nach 30 Tagen unser Ziel eine ganze Ecke hoch setzen. Aber immer noch so, dass es wieder locker erreichbar ist. 

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Nehmen wir an, Du hast 30 Tage durchgezogen, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass Du schon viel weiter kommst, als nur bis zur nächsten Ecke. Wenn Du zu denen gehörst, die wirklich nur bis zur nächsten Ecke gelaufen sind, dann läufst Du ab jetzt bis zur übernächsten Ecke. Kein Problem. Jede/r im eigenen Tempo. Wahrscheinlicher ist, dass Du zu denen gehörst, die immer schon ein ganzes Stück weiter gelaufen sind und relativ locker eine kleine Runde schaffen. Der Fehler, den hier jetzt viele Marathonies in spe machen: Sie setzen das nächste Ziel wieder zu hoch an. Das Ergebnis ist häufig, dass sie wieder ganz mit dem Laufen aufhören, weil das Ziel unerreichbar ist. Zu hoch gesteckte Ziele erzeugen häufig Frust statt Motivation.Wenn Du Dir aber das neue Ziel steckst: Meine Runde und eine Ecke weiter, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Du das auch schaffst. Und so gehst Du vor, bis Du die Strecke läufst, die Du im täglichen Training gern laufen würdest. 

Auch beim Buch schreiben gilt: Weniger ist mehr

Vor ein paar Jahren habe ich für den Natural Leadership Podcast mal den Schauspieler Tetje Mierendorf interviewt. Zu dem Zeitpunkt hatte Tetje fast 70 kg abgenommen. Er erzählte, dass er sich einfach nur vorgenommen hat, jeden Tag ins Fitnessstudio zu fahren. Mehr nicht. Das hat er auch durchgezogen. Der Effekt: Wenn man schon mal da ist, kann man auch trainieren. 

Auf das Schreiben übertragen hieße das, sich jeden Tag einfach nur hinzusetzen und die Buchdatei zu öffnen. Ich bin mir nicht sicher, ob das schon reicht, dann das Risiko ist natürlich hoch, dass man sich mit Social Media und Internet ablenkt. Darum würde ich auf jeden Fall so weit gehen, dass Du Dir vornimmst eine Buchseite zu schreiben. Im Falle dieses Buches wären das bummelig 200-300 Wörter. Das ist wirklich nicht viel. Und Du musst ja auch nicht gleich mit Deinem Buchprojekt loslegen. Ein Blogartikel tut es auch. Oder eine Personen- bzw. Situationsbeschreibung. Irgendwann fängst Du dann mit Deinem Buch an. Aber immer mit der 1% Methode im Hinterkopf. So das es kein Beinbruch ist, wenn Du nur eine Buchseite schreibst. Denn dann hast Du Dein Ziel immer noch erreicht und kannst mit einem Erfolgserlebnis aufhören.

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