Die überraschende Vergebung – Themenfindung im Roman

Die überraschende Vergebung – Themenfindung im Roman

26. März 2022

Wie Romanfiguren entstehen und wie Du sie für die Vermarktung Deines Buches nutzen kannst

Ein Gastartikel von Sandra Andres

Wenn Du einen Roman schreibst, erzählst Du eine Geschichte. Du fokussierst Dich nicht unbedingt auf ein bestimmtes Thema wie bei einem Fach- oder Sachbuch. Trotzdem kann es fürs Marketing eine große Rolle spielen, Themen zu finden und auch herauszuarbeiten. In diesem Artikel erzähle ich Dir warum, wie das gehen kann und was Du mit Deinen Themen machen kannst. 

Als ich vor über zwei Jahren begann, mein neues Buch zu schreiben, hatte ich nur eine grobe Vorstellung, wovon es handeln würde. Ich wusste, dass ich zwei Zeitstränge hatte, welche Entwicklung die Figuren durchlaufen würden und auch, wie es enden würde. Bestimmte Themen standen von Anfang an fest: Vergangenheitsbewältigung, die Liebe zum Schreiben, Selbstverwirklichung. Doch im Laufe der Geschichte stellte sich heraus, dass meine Protagonisten, Kaia und Gil, ganz schön schweres Gepäck trugen – und das auch über ihre eigene, gemeinsame Geschichte hinaus.

Meine neuesten Figuren

So ist Kaia ohne Vater aufgewachsen, hatte nur sporadisch Kontakt zu ihm und weiß eigentlich kaum, wer er ist. Das hatte einen erheblichen Einfluss auf ihr Leben, da sie viele Seiten an sich selbst nicht versteht. Doch erst im Erwachsenenalter weicht ihr Ärger auf ihren unbekannten Erzeuger dieser Neugier, was sie mit ihm gemeinsam haben könnte. Um dieser Frage nachzugehen, muss sie über ihren Schatten springen und auf ihn zugehen. Ihm und ihr selbst die Chance einer Annäherung zu geben. Und dazu gehörte ein großes Stück Vergebung. 

please remember

Gil wiederum ist geschieden, und das ist zu einem großen Teil seine Schuld. Das ist so ziemlich das Einzige, worüber er sich mit seiner Ex-Frau einig ist. Seine gescheiterte Ehe lastet schwer auf ihm, auch wenn er das ungern zugibt. Hier geht es also in erster Linie darum, dass Gil sich selbst vergibt. Seine Tochter hat das schon lange getan, doch auch das versteht Gil erst im Laufe des Romans. Letztendlich stellt sich auch die Frage, ob er es schafft, trotz tiefer Verletzung mit seiner geschiedenen Frau ein halbwegs vernünftiges Verhältnis zu haben. 

Diese Schritte zur Vergebung gehen Kaia und Gil in meinem Buch „Als das Gras zu wachsen aufhörte“ zusammen. Teilweise, ohne dass sie es wirklich merken. Denn eigentlich haben sie gegenseitig genug aufzuarbeiten, müssen ihre eigene Vergangenheit überwinden. Doch indem sie dies tun, lösen sich auch einige andere Knoten. 

Wie meine Figuren entstehen

Das alles hat sich für mich während des Schreibens ergeben, und ich verstand erst nach und nach, dass das Thema Vergebung eine zentrale Rolle in meinem Roman spielt. Nun könnt Ihr natürlich fragen: Warum ist es überhaupt wichtig, ein Thema in einem Buch zu haben? Sollte eine spannende Geschichte nicht ausreichen?

Möglich, aber bedenke dabei, dass es in der Unmenge an Büchern, die jährlich erscheinen, ganz viele spannende Geschichten gibt. Wie sollen die potenziellen LeserInnen wissen, welches Buch das richtige für sie ist? Wenn Du jedoch ein (oder auch ein paar) zentrale Themen herausarbeitest, hast Du eine viel klarere Zielgruppe. Und die Menschen sehen: Das Buch hat eine Botschaft, eine Aussage. Hier kann man sich etwas mitnehmen. 

Ideen zur Romanvermarktung

Selbst auf Instagram wirst Du schon bemerkt haben, dass die Posts vieler AutorInnen sich ähneln. Diverse Challenges stellen Fragen zum Autorenleben, die dann von Hunderten TeilnehmerInnen auf unterschiedliche Art behandelt werden. Autoren-BloggerInnen beschäftigen ähnliche Sachen: Schreiballtag, Motivation, Plotten, Lektorat … Das sind alles berechtigte, spannende Themen. Doch natürlich stellt sich die Frage: Warum genau Dir folgen, wenn es die gleichen Inhalte gibt wie auf 50 anderen Profilen? Ja, natürlich haben wir alle unsere eigene Sichtweise, und manchmal ist allein die interessant und anders genug, um herauszustechen. Oder Deine Art der Präsentation ist so witzig und originell, dass sie Deine FollowerInnen überzeugt. Oder Du verschwindest in der Masse. 

Wenn Du hingegen ein Thema verfolgst – wenn auch nur als Teilinhalt Deines Feeds, Du musst deshalb ja nicht Deinen Blogartikeln übers Schreiben oder sämtlichen Challenges abschwören -, setzt Du klare Inhalte, zeigst Du, dass es bei Dir mehr gibt als „nur“ die gängigen Schreibthemen. Und Du gibst auch Deinem Roman einen Mehrwert. Deine FollowerInnen lieben vielleicht schon Deine Schnipsel, doch zum Kauf bewegt sie oft erst ein Thema, das sie anspricht, das sie bewegt oder selbst schon länger beschäftigt hat. 

Spannung beim Marketing erzeugen

Stellt sich abschließend noch die Frage: Wie kann man Themen spannend darstellen und umsetzen? Das hängt stark davon ab, womit Du Dich wohlfühlst. Ein Thema kann als witziges Reel daherkommen, das in zwei Sätzen eine Kernaussage gibt. Du kannst ein Thema in einem Video kurz anschneiden und eine Frage stellen, die die Leute dazu anregen, weiter zu diskutieren. Du kannst es in einem Live-Talk mit Deinen FollowerInnen oder mit ExpertInnen besprechen. Du kannst Schnipsel aus Deinem Buch zeigen und den thematischen Hintergrund dazu erklären. Ist Dein Thema ein Schauplatz oder ein Land, kannst Du Bilder dazu zeigen und erklären, was sie mit Deinem Buch zu tun haben. Die Möglichkeiten sind eigentlich endlos und unterscheiden sich nicht unbedingt stark von Deiner sonstigen Präsentation oder Herangehensweise. 

Übrigens ist „Als das Gras zu wachsen aufhörte“ trotz der teils schwierigen Themen kein Depri-Buch. Es ist ein wunderbar anschaulicher Roman über Liebe und Vergebung, mit einer ordentlichen Portion Humor und einer Reise in die 90er-Jahre. Ab 8.4. könnt Ihr meinen neuen Roman überall kaufen, wo es Bücher gibt. Natürlich auch direkt bei mir auf sandraandres.com 

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