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So erstellst Du die Struktur für Dein Sachbuch

So erstellst Du die Struktur für Dein Sachbuch

„Ideen habe ich wahnsinnig viele, aber wie erstelle ich denn jetzt die Struktur für mein Buch?“ Zugegeben, nicht die leichteste Aufgabe, denn es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich einem Thema zu nähern. Auch ich muss mich bei meinen Büchern für eine bestimmte Struktur entscheiden. Und das ist schon der erste Hinweis: Du musst Dich entscheiden! Eine Buchstruktur ist auch immer eine Entscheidung. Tatsächlich führen oft viele Wege nach Rom. Wenn Du Dich aber nicht entscheidest, kommst Du dort nicht an. Oder nur über Umwegen und dann verlierst Du ggf. Deine Leser*innen.

Wenn es verschiedene Strukturierungsmöglichkeiten für Dein Buch gibt, dann macht es auf jeden Fall Sinn, alle Möglichkeiten einmal auszuarbeiten und dann einfach Freunde, Kollegen oder auch einen Schreibcoach zu fragen, mit welcher Struktur Du loslegen solltest. Häufig entstehen dadurch sogar noch einmal ganz neue Strukturideen. Abgesehen davon, wenn Du planst, ein Exposé in einem Verlag einzureichen, kann es sein, dass sich die Struktur noch einmal komplett ändert. Bei mir war es mit „Montags muss ich immer kotzen“ so. Das bedeutet also auch: Wir müssen uns mit der Struktur gar nicht so schwer tun. Schau einfach, welche Struktur Dir am besten gefällt und auf geht’s.

Inhaltsverzeichnis erstellen

Wenn Du Dein Buch im Verlag veröffentlichen willst, brauchst Du schon für das Exposé ein Inhaltsverzeichnis. Und das möglichst detailliert. Dabei ist eine Vorgehensweise eine Struktur zu erarbeiten, gleich zu Beginn das Inhaltsverzeichnis zu erstellen. Das bedeutet nicht, dass Du dann während des Schreibens nichts mehr ändern bzw. hinzufügen kannst. Es bedeutet, dass Du Dir gleich zu Beginn die logische Informationsreihenfolge für Deinen Leser überlegst. In diesem Moment macht es Sinn, den Informationsstand Deiner Zielgruppe bereits festgelegt zu haben. Damit Du den Informationsstartpunkt kennst und von dort los schreiben kannst. In diesem Artikel ist der Startpunkt der Leser*innen, sie haben noch kein Buch veröffentlicht. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Veröffentlichung im Verlag.

Hier einmal das ursprüngliche Inhaltsverzeichnis von „Von der Idee zum Sachbuch“

  • Vorwort
  • Einleitung
  • Warum dieses Buch
  • Über das Schreiben
  • Die Idee
    Inspiration
    Thema finden
    Thema schärfen
  • Struktur
    Inhaltsverzeichnis
    Sternmethode
    Post-it-Methode
    Mindmapping
    Schneeflockenmethode
    1.2.3
  • Schreibtechnik
    Form / Perspektive
    Headlines schreiben
    Formulierungen / Rhetorik
    Storytelling
  • Schreiben
    Kreativität
    Motivation
    Recherche
    Routinen
    Schreibgeschwindigkeit
    Schreibblockaden
    Dran bleiben
  • Veröffentlichen
    Die Möglichkeiten
    Blog
    Self-Publishing
    Verlag
    Verlag finden
    Exposé schreiben
  • Nach der Veröffentlichung
    Sichtbar werden als Autor*in
    Werbung
    PR-Arbeit

Die Intention dieser Aufteilung ist, dass die Idee für das Buch im Grunde schon steht und Du als Leser von da aus mit dem Schreiben loslegen willst. Also beginne ich genau an diesem Punkt. Im Grunde bin ich einmal den theoretischen Weg des Schreibprozesses abgelaufen und habe so die Struktur anhand des Inhaltsverzeichnisses aufgebaut. Diese Form des Aufbaus lehnt sich an die sechs Kernfragen der Didaktik an:

Die sechs Kernfragen der Didaktik

  • 1. Wofür? Verwendungssituation
  • 2. Für wen? Zielgruppe, Bedarf
  • 3. Wozu? Lernziel, Qualifikation
  • 4. Was? Inhalte
  • 5. Wie? Organisationsform, Methode
  • 6. Womit? Wo? Medien, Lernort

Die sechste Frage können wir außen vorlassen, denn das „Womit“ ist ja bereits unser Buch. Aber alle anderen Fragen sollten durchaus im Buch bzw. seiner Struktur beantwortet werden. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht ganz logisch erscheint, so ist die Unterscheidung in „Wofür“ und „Wozu“ sinnvoll. Das „Wofür“ definiert die Verwendungssituation und damit auch schon ein Stück weit die Zielgruppe. Beides hängt – zumindest beim Sachbuch – fast untrennbar zusammen. Trotzdem werden die Punkte in der Theorie getrennt, um die Relevanz der einzelnen Punkte für das Schreiben eines Sachbuches zu verdeutlichen.

Ist es Zeit für Dein Sachbuch? Mach den Test und finde es heraus 😉

Das „Wofür“ legt die Art des Sachbuches fest. Wofür nutzt der Leser das Buch? Wofür wird es verwendet? Dient es einfach nur der Information, weil das Thema grundsätzlich interessant ist? Dient es der allgemeinen Fortbildung? Oder soll mit dem Buch aktiv gelernt werden im Sinne eines Übungsbuches? Ist diese Frage beantwortet, ist der erste Schritt für eine sinnvolle Strukturierung schon getan.

Über das „Für wen“ hast Du Dir im Vorfeld hoffentlich ausführlich Gedanken gemacht: Deine Zielgruppe. Da es aber so ungemein wichtig ist, hier noch einmal die Erinnerung: Je spezifischer die Zielgruppe vorab definiert ist, umso präziser kann später geschrieben und vermarktet werden.

Das „Wozu“ definiert im Unterschied zum „Wofür“ das konkrete Lernziel. Habe ich die Zielgruppe detailliert genug definiert, kenne ich ihren Wissenstand. Und in der Regel soll dieser nach der Lektüre des Buches ja verbessert werden. In der Didaktik unterscheidet man grob zwei Kenntnisstände: Kennen und Können. Es ist ein Unterschied, ob ich weiß, wie man ein Sachbuch schreibt oder ob ich es tatsächlich kann. Ein anderes, sehr eingängiges Beispiel: Es ist ein Unterschied, ob ich weiß, wie man Fußball spielt oder ob ich es tatsächlich kann. Das eine ist der theoretische Bereich, das andere der praktische. Dinge wirklich zu können, heißt, sie auch zu tun und zu üben. Die meisten Sachbücher, auch “Von der Idee zum Sachbuch”, setzen bei dem „Wofür“ beim Kennen an. Mit anderen Worten geht es erst einmal darum das grundsätzliche Prinzip des Sachbuchschreibens kennenzulernen. 

Natürlich ist es möglich, damit auch schon loszulegen und zu schreiben. Das kommt auf den individuellen Mut- und Motivationsstand an. Bitte nicht falsch verstehen: Es ist nicht besser oder schlechter mit diesem Buch sofort loszulegen. Menschen sind einfach unterschiedlich in ihrer Art, Dinge anzugehen.

Das „Wozu“ dieses Buches ist es, dass Du weißt, was Du tun musst, um ein Sachbuch zu schreiben. Da es verschiedene Möglichkeiten gibt, werden diese auch entsprechend beleuchtet. Im Onlinekurs “Erfolgreich schreiben – Von der Idee zum Sachbuch” kommen wir dann vom “Kennen” zum “Können”. Hier gibt es noch konkretere Anleitungen und Übungen, in denen das Können trainiert wird. Mit anderen Worten vom Couchfußballer zum Profi.

Das „Was“ ist in diesem Fall nicht die Grundidee, nach dem Motto „Was wir schreiben“, sondern vielmehr die Frage nach den Inhalten. Beim Schreiben eines Sachbuches verschwimmen das „Was“ und das „Wie“ der didaktischen Fragen, denn es geht um die Kernfrage: Wie bringe ich dem Leser mein Thema nahe. Verwende ich viele eigene Geschichten und Beispiele oder habe ich viele wissenschaftliche Studien am Start. Im angloamerikanischen Raum ist eine beliebte Form, jedes Kapitel mit einer Geschichte aus dem Leben zu beginnen, die zu dem entsprechenden Abschnitt passt. Danach wird basierend auf der Geschichte der Inhalt hergeleitet und in der Regel die vom Autor formulierte These mit Studien belegt. Am Ende jedes Kapitels gibt es dann eine Lehre, die aus Beispiel, These und Studien gezogen wird. Ein sehr schöner Aufbau, der uns Schreiberlinge davor bewahrt zu theoretisch zu werden.

Ganz konkret gibt es verschiedene praktische Methoden, Dein Buch zu strukturieren. Meine Lieblingsmethode, die ich bei fast allen meinen Planungen anwende ist die Post-it Methode. Übrigens: diese Methode erkläre ich auch immer mal wieder in meinen kostenlosen LIVE Webinaren. Die Termine hierzu findest Du in meinem Newsletter oder auf meinem Instagramkanal.

Die Post-it-Methode zur strukturieren eines Sachbuches

Die „Post-it-Methode“ habe ich mir ausgedacht. Das glaube ich zumindest … Wahrscheinlich gibt es da draußen noch viel mehr kreative Köpfe die damit arbeiten. Ich weiß es nur nicht … Um ehrlich zu sein, ist sie auch keine Methode an sich, sondern nur ein Tipp aus der Praxis, der es Dir leichter macht, Deine Struktur zu erarbeiten.

Noch mehr Methoden findest Du in “Von der Idee zum Sachbuch”. Hier geht’s zum Buch!

Am Anfang steht die Idee, der Kerngedanke bzw. die Frage Deiner Zielgruppe die Dein Buch löst. Hier befindest Du Dich noch auf einem normalen Blatt Papier. Darunter schreibst Du in ungeordneten Stichpunkten alles, was Dir zu dem Thema wichtig erscheint und was Du dazu sagen möchtest. Wichtig: Beschränke Dich hier noch nicht. Alles was Dir einfällt ist gut und richtig. Danach überträgst Du die Stichpunkte auf Post-its. Für mich ist es wichtig, nicht sofort mit Post-its zu arbeiten, da ich bei der Stichpunktsuche noch viele Überschneidungen habe und mein Hirn es einfach besser findet, die Sammlung erst einmal unordentlich ggf. für einen späteren Zeitpunkt zusammen zu haben. In der Regel scanne ich das Blatt ein und schiebe es dann in meinen Kreativprozessordner des jeweiligen Buches.

Die Post-its kannst Du nun sortieren. Welcher Punkt ist ein Kapitel und welcher ist ein Unterpunkt in einem Kapitel. Manchmal lege ich die Post-its auch auf den Boden und gehe die Punkte ab. Und schaue, ob der Weg wirklich logisch ist. Das mag etwas merkwürdig anmuten, neuere Hirnforschung hat allerdings ergeben, dass körperliche Bewegung Denk- und Kreativprozesse im Gehirn fördert. Wenn Du also genug Platz hast, warum diesen nicht nutzen. Mein kleines Büro reicht bei mir völlig aus.

Das Ganze kannst Du jetzt so lange hin- und herschieben, bis Du mit Deiner Struktur zufrieden bist. Im Grunde ganz einfach, wenn man weiß wie es geht 😉

Noch mehr Tipps zum Schreiben Deines Sachbuches findest Du in „Von der Idee zum Sachbuch“. Das Buch bekommst Du bei Amazon als Kindle und als gedrucktes Exemplar. Und für alle, die auf Amazon keine Lust haben: Hier gibt es das Buch als PDF Version zum Download.

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