5 AM Club – Oder: Wie die Kreativität mit Sicherheit stirbt …

5 AM Club – Oder: Wie die Kreativität mit Sicherheit stirbt …

14. März 2021

Achtung: Dieser Artikel hat nur am Rande etwas mit dem Schreiben von Büchern zu tun. Er ist für das Schreiben aber wirklich wichtig. Auf geht’s: 5 a.m. das ist die Zeit der Erfolgstypen! Sie springen aus dem Bett, schreiben Journals (neudeutsch für Tagebuch) und haben unglaublich hippe Morgenrituale. Da wir meditiert und Sport gemacht und noch anderes tolles Zeug. Die Botschaft: Der frühe Vogel fängt den Wurm. Das Ergebnis: ziemlich viele müde und unkreative Vögel.

Wer früh aufsteht hat mehr vom Leben und schafft natürlich auch viel mehr… Schaffste was, dann haste was, dann biste was … Es ist unglaublich, wie dieses Prinzip die Runde macht. Wichtig ist dem Frühaufsteherclub, dass Sport, Meditation, Fortbildung und natürlich auch das Schreiben in diese frühen Stunden gehören. Dem Tag eine zusätzliche Stunde abzuringen und diese gezielt zu nutzen, klingt ja auch gar nicht mal nach einer so schlechten Idee. Bestsellerautor Michael Lombardi liefert auch gleich das Manifest dazu: The 5AM Club: How to get more done while the world is sleeping. Natürlich werden reichlich Beispiele der Schönen und Erfolgreichen die dem Club angehören dazu geliefert. Heidi Klum steht angeblich um 5:00 Uhr auf. Richard Branson ist mit seinen 5:45 Uhr schon ein Langschläfer gegen Tim Cook der um 4:30 Uhr aufsteht … Ich stehe übrigens auch um 5:20 Uhr auf … 

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Trotzdem würde ich das so niemals irgendjemandem empfehlen! Denn Kreativität und Produktivität entstehen nicht durchs frühe Aufstehen. Sie entstehen durch eine gute Kombination aus Ruhe- und Produktivitätsphasen. Dabei kommt es unter anderem darauf an, welcher Chronotyp man ist. Bist Du also eine Lärche? Oder eine Eule? Der Chronotyp besagt, ob Dein Biorythmus Dich zum Frühaufsteher oder zum Nachtmenschen macht. Merkmale sind z.B. der Hormonspiegel, die Körpertemperatur, die Schlaf- und Wachphasen und – oh Wunder – das Leistungsvermögen, welches tatsächlich nicht bei allen Menschen zu allen Tageszeiten gleich ist.

Grob unterteilt wird in drei Hauptchronotypen: Die Frühaufsteher (Lärchen), die Normaltypen und die Nachtmenschen bzw. Langschläfer (Eulen). Den Begriff „Langschläfer“ finde ich etwas ärgerlich, da ihm, zumindest in Deutschland ein negativer Beigeschmack anhaftet. Denn in Deutschland fängt eben der frühe Vogel den Wurm und der Langschläfer gilt als faul. Total bekloppt, denn – frei nach Hagen Rether – der frühe Vogel fängt auch nur den frühen Wurm!

Wer mit seinem Schlaf- und Biorhythmus arbeitet und nicht dagegen, ist kreativer und produktiver

Der Chronotyp ist angeboren. Er steckt uns also in den Genen. Da ändern auch die gern angeführten Studien, dass unsere Willenskraft angeblich zwischen 5:00 und 8:00 Uhr am größten ist nix … Leider habe ich die Originalstudie, die häufig von Clubmitgliedern benannt wird nicht finden können und kann dazu auch keine weiteren Thesen aufstellen. Allerdings ist es nicht nur unwahrscheinlich, sondern fast unmöglich, dass die Willenskraft von Eulen zu dieser Tageszeit noch zu mehr taugt, als sich einfach nur aus dem Bett zu hieven. Mein Mann ist übrigens eine ganz typische Eule. Wenn ich ihm vorschlagen würde, morgens um 5:00 Uhr aufzustehen, damit er sich fortbildet, kreativ wird oder meditiert, dann würde er mich vermutlich einweisen lassen. Er meditiert, wenn er am späten Vormittag mit den Hunden durch den Wald stiefelt und seine Fortbildung funktioniert Abends ab 21:00 Uhr ganz wunderbar. Im Gegensatz zu mir. Ich stehe tatsächlich gegen 5:20 Uhr auf und schreibe in der Regel morgens gleich Artikel oder an meinem aktuellen Buch. Lesen klappt zwischen 5:00 und 8:00 Uhr auch super. Abends leider gar nicht. Eine Seite und ich schlafe sofort ein. Ich bin eben der Vogel für die frühen Würmer.

Wichtig ist, dass sich jeder über seinen Chronotyp bewusst wird und ihn so gut wie möglich in seinen Alltag integriert. Und wer wirklich schreiben möchte und lesen und Sport machen, der kann auch einfach mal ein bis zwei Stunden Fernseher, Internet und Handy ausmachen. Die Zeit ist bei einem normalen Tagesrythmus da: wir nutzen sie oft nur nicht zu unserem Vorteil. 

4 Kommentare

  1. Danke dir, ich hab selber 5am ausprobiert und es hat zum Teil dazu geführt, dass ich morgens manchmal schon ruhig in den Tag starten konnte. An anderen hab ich schlicht früher angefangen zu arbeiten. Momentan genieße ich wieder das Privileg, dass ich anfangen kann, wenn ich will und steh mit der Sonne gemeinsam auf.

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  2. Moin Franja,

    prima. Ausprobieren ist der Schlüssel zum Erfolg. Nur so findet man am Ende raus, was für einen selbst funktioniert. Super, dass es bei Dir so gut klappt.

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  3. »Bist Du also eine Lärche?«
    Warum sollte ich ein Baum sein?
    Nüscht für unjut.

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    • Bäume sind meines Wissens nach übrigens Frühaufsteher. Mit dem ersten Sonnenlicht ändert sich ihr Stoffwechsel. Aber selbstverständlich hast Du einen meiner vielen Rechtschreibfehler gefunden. Vielen Dank also, für den Hinweis. Ich freue mich immer über gut gemeinte Verbesserungsvorschläge 🙂

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Anja Niekerken

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