Beim Buch schreiben oder Buchmarketing: Hinderliche Glaubenssätze braucht kein Mensch!

Beim Buch schreiben oder Buchmarketing: Hinderliche Glaubenssätze braucht kein Mensch!

11. September 2022

Immer wieder hören wir „Das ist ein Glaubenssatz“ oder „Dein Glaubenssatz, nicht meiner …“. Was hat es mit solchen Aussagen auf sich? Im Grunde ist es ganz einfach: Ein Glaubenssatz ist ein Satz, der ausdrückt, was die betreffende Person für wahr hält. Glaubenssätze können bewusst und unbewusst sein, aus eigenen Erfahrungen heraus entstehen oder von anderen übernommen worden sein. Es ist nicht zwingend notwendig, selbst eine bestimmte Erfahrung zu machen. Beispielsweise gibt es in den verschiedenen Gesellschaften verschiedene Glaubenssätze. Sie sind vom Zeitgeist, aber auch von der gesellschaftlichen Schicht, der man angehört, geprägt. Insgesamt handelt es sich um Verallgemeinerungen über:

  • Zusammenhänge und Ursachen (z. B.: Das passiert, weil …)
  • Bedeutungszuweisungen (z. B.: Rauchen bedeutet Schwäche)
  • Grenzen (z. Β.: Das ist unmöglich)

Meistens lassen sich einzelne Glaubenssätze nicht klar einer dieser Kategorien zuweisen. Das ist aber auch nicht das Ziel. Das Ziel ist immer zu schauen, ob mir ein Glaubenssatz dienlich ist oder ob er hinderlich ist. In welche Kategorie er fällt, ist dabei eher nebensächlich. 

Glaubenssätze steuern unseren Fokus. Sie bestimmen, in Kombination mit dem Confirmation Bias, auf welche Information wir springen.

Exkurs Confirmation Bias: 

Der Confirmation Bias ist der sogenannte Bestätigungsfehler, auch Bestätigungstendenz genannt. Dieser Bias gehört in eine Reihe, die die Kogvitionspsychologie als kognitive Verzerrungen bezeichnet. Menschen neigen grundsätzlich dazu, die Informationen auszuwählen bzw. zu glauben, welche die eigene, vorgefasste Meinung bestätigen. Dabei werden gegenteilige Informationen aktiv ausgeblendet. Die Ursache liegt in der Funktionsweise unseres Gehirns, welches die Tendenz hat, neue Informationen immer so zu interpretieren, dass sie in das bestehende Weltbild oder zu der aktuellen Meinung passen.

Schreiben ist erfahrungsgemäß mit ziemlich vielen Glaubenssätzen verbunden. Tatsächlich sogar mit vielen negativen. Oder um es deutlicher auszudrücken: Schreiben ist mit ziemlich vielen Vorurteilen beladen. Das geht vom armen Schriftsteller bis hin zu solchen Denkmustern, dass nur absolute Koryphäen und/oder Talente überhaupt schreiben dürfen. Wir sind halt in den Köpfen immer noch das Land der Dichter und Denker. Und die dürfen schreiben … Alle anderen eher nicht. Vielleicht kennst Du das Thema „Glaubenssätze“ schon, dann kannst Du gleich zum nächsten Kapitel hüpfen. Hier soll es darum gehen, was Glaubenssätze sind, wie sie Dich limitieren und wie Du sie auflösen kannst. Natürlich alles in Bezug auf Deinen Schreibprozess. Eines noch: Es gibt nützliche und unnütze Glaubenssätze. Ein nützlicher Glaubenssatz ist zum Beispiel: Schreiben ist ein Handwerk und ein Handwerk können alle lernen. 

Glaubenssätze sind unser Verhaltenskompass

Insgesamt haben Glaubenssätze nicht zwingend etwas mit dem Glauben an Gott zu tun. Sie sind vielmehr das, was eine Person insgesamt glaubt. Dabei ist es manchmal nicht ganz einfach, zwischen „wissen“ und „glauben“ zu unterscheiden. Unsere Glaubenssätze sind von unserer Umwelt und unseren Erfahrungen geprägt. Während beispielsweise US-Amerikaner eher eine Trial-and-Error-Kultur pflegen, ist es in Deutschland verpönt, Fehler zu machen. Das ist nur ein Beispiel für kulturell geprägte Glaubenssätze. 

Glaubenssätze sind so etwas wie „unbewusste Merksätze“, die unser Verhalten steuern. Der Klassiker unter den Glaubenssätzen in christlichen Kulturen sind die Zehn Gebote. Vermutlich ist das auch der Grund, warum wir in christlich geprägten Kulturkreisen beim Wort „Glaubenssätze“ sofort irgendwas mit Religion assoziieren. 

Positive Glaubenssätze motivieren uns und über sie müssen wir auch nicht weiter nachdenken. Mit ihnen läuft es ja gut. Tricky sind die negativen Glaubenssätze, die uns limitieren. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von limitierenden Glaubenssätzen. Hier ein paar allgemeine Beispiele für positive und negative Glaubenssätze:

Positive Glaubenssätze

  • Ich bin schön/ attraktiv/ klug 
  • Ich habe es verdient, glücklich und erfolgreich zu sein
  • Das Leben ist schön
  • Ich kann alles schaffen, was ich mir vornehme
  • Menschen sind im Grunde gut
  • Mir geht es grundsätzlich gut
  • Ich bin talentiert
  • Schreiben ist ein Handwerk

Negative Glaubenssätze

  • Ich bin nicht gut genug/ attraktiv genug/ klug genug
  • Ich habe es nicht verdient, glücklich und erfolgreich zu sein
  • Das Leben ist hart
  • Ich werde es sowieso nicht schaffen
  • Menschen sollte man grundsätzlich nicht trauen
  • Ich kann doch nichts ändern
  • Schreiben ist nur etwas für Begabte

Hier Arbeitsblatt zum Artikel runter laden „Glaubenssätze erkennen und bearbeiten“

Vielleicht hast Du ja auch schon ein paar Ideen, welche negativen Glaubenssätze Du rund ums Schreiben und auch rund ums Vermarkten Deiner Bücher am Start hast. Wenn Du jetzt denkst „Nee, ich will endlich loslegen“, dann: Go for it! Wenn Du allerdings noch „Ja, aber“-Sätze im Kopf hast, dann hilft Dir vielleicht noch die Unterscheidung zwischen den verschiedenen Arten von Glaubenssätzen.

Arten von Glaubenssätzen

Nochmal: Grundsätzlich haben wir alle Glaubenssätze und Überzeugungssysteme. Unsere Überzeugungen sind nämlich nichts anderes als Glaubenssätze. Dieser Umstand ist zunächst weder gut noch schlecht, denn Glaubenssätze helfen uns, uns in der Welt zurechtzufinden. Warum ich immer noch auf diesem Thema rumreite, obwohl Du vermutlich längst weißt, worauf das Ganze hinaus läuft, ist, dass unsere Glaubenssätze und Überzeugungssysteme unsere Motivation, unsere Entscheidungsfindungen und unsere Leistungsfähigkeit entscheidend beeinflussen. Wenn Du glaubst, Du kannst etwas, oder Du glaubst, Du kannst etwas nicht, dann wird es am Ende auch so sein. Spätestens die Bestätigungstendenz in unserer Birne wird dafür sorgen, dass das, was Du glaubst, wahr wird. 

Bitte nicht falsch verstehen, ich glaube nicht an Manifestation im Sinne von „Nur stark genug wünschen, dann wird es wahr“ … Aber ich glaube an die Wissenschaft und die Bestätigungstendenz unseres Gehirns. Mit anderen Worten, wenn wir, und damit unser Gehirn, erst einmal von etwas überzeugt sind, dann schmeißt unser Gehirn den Bestätigungsmodus an und tut alles dafür, dass wir recht behalten. In diesem Sinne ist unser Gehirn eine Wunscherfüllungsmaschine. Darum: Sei vorsichtig, was Du Dir wünschst. Es könnte in Erfüllung gehen …

Insgesamt bestehen Überzeugungssysteme aus unterschiedlichen Glaubenssätzen, die sich gegenseitig unterstützen und stärken. Dabei können wir die Glaubenssätze grob in drei Kategorien unterteilen:

Zielerwartung: Du glaubst daran, dass etwas funktioniert oder eben nicht. 

Selbstwirksamkeitserwartung: Du glaubst daran, dass Du etwas ändern bzw. anstoßen kannst. Oder eben nicht. 

Reaktionserwartung: Du erwartest ein bestimmtes Ergebnis, basierend auf Deinen Handlungen. Viele Bücher fallen übrigens negativen Reaktionserwartungen zum Opfer …

Es ist durchaus sinnvoll, sich einmal genau anzuschauen, welche Glaubenssätze wir in Bezug auf das Schreiben im Allgemeinen und in Bezug auf eine ganz konkrete Buchidee haben. Nimm Dir einmal die drei Kategorien vor und überlege ganz in Ruhe, was Du in Bezug auf das Schreiben glaubst. Was glaubst Du, passiert am Ziel? Glaubst Du, Du kannst Dein Ziel erreichen? Was kannst Du tun, um Dein Ziel zu erreichen? Und wie werden die Reaktionen am Ziel sein? 

Und vergiss nicht: Schau bei negativen Ergebnissen auch immer darauf, wie positive Ergebnisse aussehen könnten, und warum sie positiv sein könnten. Du wirst erstaunt sein, was alles möglich ist.

Du willst mehr? Dann lad Dir hier für 0,- Euro das Arbeitsblatt „Glaubenssätze erkennen und bearbeiten“ runter

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