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Schreiben mit KI: Werden Chat GPT & Co. das Schreiben verändern?

Schreiben mit KI: Werden Chat GPT & Co. das Schreiben verändern?

8. Februar 2023

Schreiben mit Künstlicher Intelligenz (KI): Werden Chat GPT & Co. das professionelle Schreiben verändern?

Kurz und und knapp: ja natürlich … Und im Gegensatz zu vielen anderen Blogartikeln und Profimeinungen, die ich in der letzten Zeit gelesen habe, hat mein „Ja“ nur eine Einschränkung: die Zeit. 

Aktuell sind die Schreib-KIs noch nicht in der Lage, wirklich gut zu schreiben.

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Wobei man hier schon differenzieren muss. Die Qualität des Briefings spielt eine enorme Rolle.

Das ist bei menschlichen Schreibprofis im Übrigen nicht anders. Je besser das Briefing, umso besser das Ergebnis. 

Nichtsdestotrotz kann Chat GPT noch nicht das, was Schreibprofis können. Was Chat GPT sogar selbst bestätigt.

Auf das Briefing: Schreibe einen Blogartikel zum Thema „Warum KI menschliche Autoren auf Dauer ersetzen kann“, spuckt Chat GPT folgenden Text aus (Die Antwort wurde nicht bearbeitet):

KI und maschinelles Lernen haben in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht und können in vielen Bereichen eine Unterstützung für menschliche Arbeit leisten.

Auch im Bereich der Schreibarbeiten gibt es bereits KI-Systeme, die Texte generieren können. Aber kann KI auf Dauer menschliche Autoren ersetzen?

1. KI kann routinierte Aufgaben übernehmen: KI-Systeme können bestimmte Schreibaufgaben übernehmen, die oft wiederkehrend und standardisiert sind, wie beispielsweise Nachrichtenberichte oder Finanzmeldungen.

2. KI kann die Schreibqualität verbessern: Durch den Einsatz von KI kann die Schreibqualität verbessert werden, indem beispielsweise Grammatik- und Rechtschreibfehler automatisch korrigiert werden.

3. KI hat keine kreativen Fähigkeiten: Menschliche Autoren besitzen jedoch eine wichtige Eigenschaft, die KI nicht hat: die Kreativität. KI kann Texte generieren, aber es fehlt ihr an der Fähigkeit, neue und einzigartige Ideen zu entwickeln.

Menschliche Interaktion ist unersetzbar: Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die menschliche Interaktion. Ein menschlicher Autor kann auf die Bedürfnisse und Wünsche seiner Leser eingehen und ihnen eine emotionale Bindung zu dem Text bieten. Diese Fähigkeit ist für KI unerreichbar.


Open AI Chat GPT 3

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass KI zwar in bestimmten Bereichen menschliche Autor*innenn unterstützen kann, aber es ist unwahrscheinlich, dass sie sie in naher Zukunft vollständig ersetzen werden.

Menschliche Autor*innen besitzen eine Kreativität und Empathie, die von KI nicht erreicht werden kann.

Schon etwas creepy, dass die KI dann doch so emphatisch ist, den menschlichen Autor*innen die Angst um ihren Job zu nehmen.

Aber das täuscht. Die KI ist nicht empathisch. Die gezeigte Empathie liegt in der Natur ihrer Funktionsweise. Und zwar in der Funktionsweise, wie die KI überhaupt ihre Inhalte findet und generiert.

Auf die Frage: Woher erhält ChatGPT seine Inhalte?

Schreiben mit KI Werden Chat GPT und Co das Schreiben veraendern

Antwortet Chat GPT wie folgt (Die Antwort ist nicht bearbeitet):

ChatGPT ist ein künstlicher Intelligenz-basierter Chatbot, der von OpenAI trainiert wurde. Es basiert auf einem fortgeschrittenen maschinellen Lernalgorithmus namens Generative Pre-trained Transformer 3 (GPT-3).

ChatGPT erhält seine Inhalte aus einer Vielzahl von Quellen, einschließlich Büchern, Websites, Zeitschriftenartikeln und sogar sozialen Medien.

OpenAI hat enorme Mengen an Textdaten verwendet, um ChatGPT zu trainieren, damit es in der Lage ist, auf eine Vielzahl von Fragen und Anfragen adäquat zu antworten.

Der Algorithmus verwendet ein Kontext-basiertes Modell, bei dem er vorherige Gesprächsabschnitte berücksichtigt, um eine relevante Antwort zu generieren.

Dies bedeutet, dass ChatGPT in der Lage ist, eine Vielzahl von Themen zu verstehen und darauf adäquat zu antworten.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass ChatGPT ein fortgeschrittener künstlicher Intelligenz-Chatbot ist, der auf einem maschinellen Lernalgorithmus namens GPT-3 trainiert wurde.

Es erhält seine Inhalte aus einer Vielzahl von Quellen und verwendet ein Kontext-basiertes Modell, um adäquate Antworten zu generieren.

Open AI Chat GPT 3

Das bedeutet: ChatGPT lernt aus den Einträgen und Artikel im Internet. 

Wenn man bedenkt, dass aktuell die Masse an professionell Schreibenden davon ausgeht, dass KI das menschliche Schreiben nicht ersetzen kann, dann ist es auch nicht weiter erstaunlich, dass die KI entsprechende Inhalte ausspuckt.

Denn die Antworten basieren auf dem, was die KI im Netz findet …

Grundsätzlich ist die Denkweise, dass die KI den menschlichen Geist nicht ersetzen kann, nicht von der Hand zu weisen.

Leider fehlt ihr ein wesentlicher Faktor: Exponentielle Entwicklung …

Kein Wunder, denn mit unserem Verstand sind Exponentialkurven nicht wirklich zu fassen.

Auch wenn die Mathematik es uns vorgaukelt.

Unendlichkeit verstehen wir am Ende des Tages vielleicht auf der Faktenebene.

Gefühlsmäßig brauchen wir ein Erklärvehikel. Gott zum Beispiel …

Achtung: Das ist nicht abwertend gemeint. Bitte nicht falsch verstehen.

Vielleicht ist folgendes Beispiel besser: Wenn vom unendlichen Weltraum die Rede ist, dann haben wir zwar ein Bild vor Augen, können uns aber nicht erklären, dass dieses Bild niemals endet.

Möglicherweise, weil wir selbst endlich sind. Wer weiß.

So, zurück zur exponentiellen Entwicklung, welche die Schreib-KIs jetzt schon zeigen. 

Wir haben das Ganze zwar schon am Internet und den Smartphones erlebt, aber trotzdem nicht richtig verstanden.

1990 gab es flächendeckend noch keine Handys

2007 kam das erste iPhone auf den Market 

2020 kann man ohne sein Smartphone und die entsprechende App viele Dinge des täglichen Lebens nicht mehr bewältigen.

Daran könnte man schon festmachen, wo die Reise hingeht. Machen wir aber nicht, weil es nicht auf einmal passiert.

Übrigens hat selbst Bill Gates die Entwicklung massiv unterschätzt.

«Niemand braucht mehr als 640 Kilobyte Arbeitsspeicher in seinem PC.»

Bill Gates, 1981
im lost formula

Exponentielle Entwicklung verstehen: Der Klassiker mit dem Schachbrett und den Reiskörnern.

Du hast ein Schachbrett und legst auf das erste Feld ein Reiskorn.
Auf das zweite Feld dann zwei Reiskörner.

Auf das Dritte kommen dann vier. Auf das vierte dann acht…. und so weiter.

Also auf:
5 = 16
6 = 32
7 = 64
8 = 128

Die erste Reihe ist voll, bleiben noch 7 Reihen mit jeweils 8 Feldern.

Mit anderen Worten: Auf jedem Feld wird die Anzahl der Reiskörner verdoppelt.

Aktuell hast Du 8 von 64 Feldern gefüllt.

Bisher hast Du nur 255 (1+2+4+8+16+32+64+128) Reiskörner gebraucht.

So weit so unspannend.

Feld Nummer neun bekommt 256 Reiskörner. Nummer zehn bekommt 512 Reiskörner…..

Auch das klingt nicht sooooo spektakulär. Und ähnlich wie bei den Schreib-KIs könnte man meinen. Naja, passt schon. Ohne menschliche Kreativität wird das nix … 

Weit gefehlt.

Am Ende liegen auf dem Schachbrett 1844674473709551615 Reiskörner.

In Worten: 18 Trillionen, 446 Billiarden, 744 Billionen, 73 Milliarden, 709 Millionen, 551 Tausend, 615.

Wer das mal in Tonnen ausrechnen möchte: Schreib mir gern das Ergebnis …

KI lernt exponentiell … Noch Fragen?

Das heißt, die Fähigkeiten, die die KI jetzt hat, werden im nächsten Jahr verdoppelt usw.

Hinzu kommt noch, dass sich nicht nur die Fähigkeiten und Funktionen immer wieder verdoppeln, das Tempo, in dem das Ganze geschieht, wird zusätzlich schneller …

Vor Kurzem habe ich mir den Zeit-Podcast „Alles gesagt“ angehört, in dem der YouTuber Rezo zu Gast war.

Rezo hat Informatik studiert und ist insgesamt ein sehr kluger Kopf.

Im Podcast hat er an einer Stelle beschrieben, was am Ende das Problem mit KI sein wird und warum es ihm unheimlich ist.

Er beschreibt, dass die KI irgendwann so gut programmieren kann (das kann sie inzwischen schon. Kann man bei Chat GPT (Open AI) ausprobieren), dass menschliche Programmierer*innen die Zusammenhänge nicht mehr nachvollziehen können.

Er bringt das Beispiel der selbstlernenden Algorithmen.

Da diese ja selbst lernen, damit nie aufhören und das auch noch exponentiell tun, können wir Menschen irgendwann nicht mehr verstehen, was da vor sich geht.

Denn – so hart es ist, – unser Verstand ist begrenzt.

Zitat Schreiben mit KI Anja Niekerken

Unser Verstand ist begrenzt. Die Lernfähigkeiten selbstlernender Algorithmen nicht.

Abgesehen davon haben wir ähnliche Entwicklungen in der Menschheitsgeschichte schon erlebt:

Die industrielle Revolution zum Beispiel. 

Insgesamt zwar eine gute Entwicklung, denn Jobs die durch sie weggefallen sind, waren auch nicht besonders erstrebenswert.

Die Arbeitsplätze verlagerten sich vom Land in die Städte und mit ihr einher gingen die Beseitigung der Massenarmut und eine Steigerung des Pro Kopf Einkommens.

Aber damit einher gingen auch gesellschaftliche Entwurzelung, Kinderarbeit in Fabriken und unter Tage, Massenelend der abhängigen Lohnarbeiter*innen und menschenunwürdige Wohnverhältnisse in den rasch wachsenden Städten.

Außerdem trug sie nicht zur Schließung der Schere zwischen Arm und Reich bei. Im Gegenteil.

Richard David Precht wird seit Jahren nicht müde, eine ähnliche Entwicklung diesmal aber nicht in der Arbeiterklasse, sondern in der Mittelschicht zu prophezeien.

Diesmal aber, aus seiner Sicht, in Kombination mit Massenarbeitslosigkeit gut ausgebildeter Menschen deren Jobs besser und schneller durch die KI erledigt werden könnte.

Beispielsweise müssten keine juristischen Gutachten mehr von Juristen verfasst werden …

Für Precht Argumente die er für das bedingungslose Grundeinkommen ins Feld führt.

Warum ich als Autorin das alles schreibe?

Weil ich glaube, dass es an der Zeit ist, den Tatsachen bewusst ins Auge zu sehen und zu schauen, wo die Reise hingeht.

Denn ich glaube das es keine Frage ist ob Schreib-KIs Jobs in der Schreibenden Zunft vernichten werden.

Die Frage ist, wie lange es dauert, wie wir Betroffnen damit umgehen werden und wie wir uns in Zukunft beruflich aufstellen.

Ob ich mit KI schreibe? Ja.

Aber nur eingeschränkt, denn wie weiter oben schon erwähnt: Noch ist die KI nicht so weit, mir die Ergebnisse zu liefern, die ich haben will.

Allerdings arbeite ich aktiv damit, um am Puls der Zeit zu bleiben und ggf. entsprechende Entwicklungen nicht zu verpassen.

Wenn Du mit einer professionellen KI arbeiten willst, dann empfehle ich Neuroflash.

Wie gesagt: Es werden noch nicht die Ergebnisse erzielt, die ich gern hätte, aber eine Arbeitserleichterung ist es allemal.

Ist dieser Artikel mit KI geschrieben? Nein. Nur der Teil, der als Zitat kenntlich gemacht wurde.

Glaube ich, dass Schreiben mit KI Vorteile bringt? Ja, denn sie kann uns die Arbeit massiv erleichtern.

Aber – und jetzt kommt es: Sie wird uns blöder machen.

brain trash

Denn wir werden nicht mehr wie bisher lernen unsere Gedanken zu ordnen, sie zu prüfen und sie ggf. auch mal als dämlich zu verwerfen.

Wir werden vermutlich nicht mehr in Lage sein, differenzierte Texte selbst zu verfassen.

Die Frage ist, wie sich das auf die Verfasstheit unserer Denkprozesse auswirken wird.

Vermutlich nicht vorteilhaft.

In der taz wurde vor kurzem ein Artikel veröffentlicht, der die Nutzung von Schreib-KIs mit der Nutzung eines Taschenrechners verglich.

Man dürfe in der Schule ja auch erst nach den Grundrechenarten einen Taschenrechner nutzen … So lerne man die Logik des Rechnens.

Ja und Nein. Denn wir denken nun einmal nicht in Zahlen sondern in Worten.

Und je weniger wir fähig sind Gedanken zu ordnen, wobei die Verschriftlichung unglaublich hilfreich ist, umso mehr Denkvermögen kann verloren gehen.

Schreiben ist Denken auf Papier.

Ich hoffe inständig, dass uns das nicht verloren geht …

Wie ist Deine Meinung zu dem Thema? Schreib mir in die Kommentare.

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15 Kommentare

  1. Ich bin in dieser Hinsicht exakt Deiner Meinung. Das schreibe ich nicht eben nur mal so. Auf genau diese Problematik habe ich in meinen Beiträgen ebenso hingewiesen. Resonanz gering oder große Ungläubigkeit, nach dem Motto : wird alles nicht so schlimm. Der Mensch ist unersetzbar- Fehlanzeige Dabei ist es doch bereits so, dass Verlage ihr Bücher direkt an die Druckmaschine durchschießen ohne weitere menschliche Handlung. In den USA testet ein großer Buchhändler, eine KI die selbsttätig Bücher nach Vorgabe des Lesers anfertigt. Dann braucht es überhaupt keine Autoren mehr. Dies Beta- Variante läuft sehr erfolgreich. Was heißt das weiter? Ebenso sind Lektoren , Coverdwsignwr, Grossisten, Buchhändler usw. überflüssig.noch ist der ChatGPT ein Sprachrobozer der kein Wissen vermittelt und/ oder erzeugt… NOCH

    Antworten
    • Ja … Mal sehen wo die Reise hin geht … Welcher Buchhändler testet das denn? Und kann man die Bücher schon kaufen? Dazu habe ich noch nix offizielles gefunden.

      Antworten
  2. Hallo, Anja,

    soll mir Dein Blogartikel Angst machen? Ich glaube nicht, denn was technisch möglich ist, wird eines Tages auch Realität. Realität, die unsere Vorstellung einholt oder gar übertrifft. Das war schon bei Jules Verne oder Hans Dominik so, wir sehen es am Klon-Schaf Dolly und an tausend anderen Beispielen. Daran habe ich mich gewöhnt.

    Gut vor allem, dass Du in deinem Artikel die vor- und nachteiligen Effekte darstellst, das macht den Artikel ausgewogen.

    Danke für den Inhalt, denn gerade schreibe ich am Manuskript für einen Thriller über KI. Keine Bange: nicht über Autoren-Programme! Habe trotzdem einiges an Information gewonnen. Belustigend fand ich, dass ich bei der Entwicklung an den Taschenrechner denken musste – und dass er den Generationen nach mir das Kopfrechnen abgewöhnt hat – just, bevor Du im nächsten Absatz darauf zu sprechen kamst.
    Übrigens brauchen wir uns vor der Entwicklung nicht zu fürchten, denn jede Generation wächst mit ihrer Technologie auf und ist daran so gewöhnt, dass sie das Alte nicht vermisst, ja gar nicht vermissen kann, denn sie kennt es nicht. Welcher Zehnjährige etwa könnte heute mit einem Wählscheibentelefon etwas anfangen? ‚Könnte‘, weil es dafür wohl auch keine Anschlüsse mehr gibt außer wohl in historischen Bunkeranlagen des Kalten Krieges. Auf unseren Reisen durch Spanien bedauern meine Frau und ich jedes Mal, wenn wir feststellen, dass ein uns bekanntes altes Haus abgerissen und durch einen Klotz aus Ziegeln ersetzt wurde. So geht nach und nach ein Baustil verloren, der eine gewisse Erhabenheit ausstrahlte. Aber darf ich den Bewohnern verübeln, dass sie mehr Bequemlichkeit wollen und dafür auf Patina verzichten? Wohl kaum! Werte ändern sich.

    Auch wir Autoren überarbeiten, passen an und modernisieren. Wer liest denn noch die Luther-Bibel im Original? Oder Jules Verne oder Karl May im Urtext mit einer aus unserer Sicht veralteten Sprache (hatte kürzlich Bücher beider Verfasser wieder in der Hand)? Als Verlust empfinde ich neu geschriebene Texte nicht wirklich.

    So sehe ich einer Zukunft mit der schreibenden KI gelassen entgegen. Es wird noch lange dauern, bis sie das ‚kreative Schreiben‘ lernt, wie wir es heute lieben. Und wenn sie es gelernt hat (und wir nicht mehr sind), wird der künftige Leser sich so sehr daran gewöhnt haben, dass er menschliche Autoren nicht vermisst. Aber vielleicht verfügt er dann auch gleich über eine KI, die ihm das Lesen abnimmt …

    Viele Grüße
    Michael Kothe, Autor

    Antworten
  3. Hey Anja, ich denke, dass du in allen Punkten Recht hast. Das klingt gruselig und kann Angst machen. Aaaaaber:

    Erstens können wir die Entwicklung nicht mehr rückgängig machen.

    Zweitens gab es schon mehrere Hochrechnungen, die die Katastrophe überzeugend vorausgesagt haben. Weltbevölkerung, Atom u.ä. Die Themen sind noch nicht vom Tisch, aber wohl doch beeinflussbar. z.T. sogar mit Hilfe der künstlichen Inteligenz.

    Drittens ist die menschliche I flexibler als man erwartet. Das war schon immer so. Jede Generation hat geglaubt, dass die nächste durch den Fortschritt verdummt. Das trifft auf einige zu, aber nicht auf alle.

    Viertens ist die KI bisher nur in der Lage, vorhandenes Wissen zu verwursten. Sie kann kein neues Wissen kreieren.

    Fünftens benötigt die ganzheitliche Inteligenz den Bereich der Gefühle. Die gefühlte Bewertung von Situationen, die schon im Säugling angelegt ist. Es besteht zwar die Gefahr, dass die Menschen das Fühlen mangels handfesten Erlebens nicht mehr trainieren und deshalb, unabhängig von KI verlernen, aber da ließe sich ja gegensteuern.

    Sechstens hat unser Instinkt, so gut und nachhaltig wie möglich zu überleben, bisher ja erstaunlich gut funktioniert. Schließlich ist die Kette der Generationen bis zum Ursprung, wann immer der war, ja imens lang.

    Siebtens werden Bücher auch jetzt schon mit Hilfe des Internets recherchiert und sind keine brandneue Erfindung des Schriftstellers, zumindest die Sach- und Fachbücher.

    Achtens werden Romane wahrscheinlich auch in Zukunft frei erfunden werden. Die Recherche wird sicherlich gern von der KI in Anspruch genommen.

    Neuntens wird schon an Software gearbeitet (gibt es glaub ich schon), mit deren Hilfe man einen von Hand geschriebenen Text von einem KI Text unterscheiden können,

    Zehntens traue ich der Menschheit zu, mit diesem Problem umzugehen, wenn sie sich nicht von der Angst beherrschen lässt und sich dadurch in die Opferrolle schieben lässt.

    Fazit: Es kann schon sein, dass sich in der Bücherwelt (Blog, Artikel und Co) einiges/vieles verändert und auch einige/viele Jobs verloren gehen. Jede Veränderung tut weh, aber wir werden es irgendwie wuppen. Schließlich gibt es ja viele schlaue Köpfe auf der Welt…

    Antworten
    • Moin Barbara,

      zu Erstens: Das stimmt.

      zu Zweitens: Ja stimmt, aber es gibt auch genauso viele Hochrechnungen die stimmten.

      zu Drittens: Die Forschung zeigt, dass die Intelligenz, wie wir sie messen jetzt schon seit einigen Jahren rückläufig ist: https://www.spektrum.de/news/warum-die-intelligenz-nicht-weiter-steigt/1612044

      zu Viertens: Das stimmt so nicht. Übrigens auch nicht für menschliche Kreativität. Denn menschliche Kreativität entsteht aus der Neukombination aus Vorhandenem. Die allgemeine Auffassung unsere Kreativität würde aus dem Nichts entstehen ist schon lange durch die Forschung widerlegt. Sehr interessantes Buch dazu: Professor Holm-Hadulla, Kreativität

      Zu Fünftens: Menschen benötigen Gefühle für ihre Denkprozesse. Das ist korrekt. Aber KI kann jetzt schon Gefühle simulieren, die wir nicht von echten unterscheiden können. Darüber hinaus brauchen selbstlernende Algorithmen keine Gefühle für ihre Lernprozesse. Abgesehen davon sind negative Gefühle für das Denken sogar hinderlich, denn Stresshormone, die bei negativen Gefühlen ausgeschüttet werden, blockieren das Sprachzentrum. Das kann man auf Hirnscans sehr schön sehen. Auch kein Vorteil …

      Zu Sechstens: Im Hinblick darauf, dass der Mensch systematisch seinen Lebensraum zerstört kann ich Dir da nicht zustimmen. Abgesehen davon leben Menschen gerade mal 300.000 Jahre auf der Erde. Dinosaurier, vermutlich blödere Wesen, lebten rund 170 Millionen Jahre auf der Erde. Die These bleibt also noch abzuwarten 😉

      Zu Siebtens: Das stimmt. Aber für was ist das ein Argument?

      Zu Achtens: Das ist jetzt schon so nicht mehr richtig. Es gibt bereits Romane, die von der KI geschrieben sind. Das Argument beruht auf dem Trugschluss, dass „frei erfunden“ aus dem Nichts kommt. Dinge die wir uns ausdenken kommen aus unserem Erfahrungs- und Erlebnisschatz den wir neu kombinieren. Die KI hat zwar keine aktiven Erfahrungen und Erlebnisse, braucht sie aber auch nicht. Sie nimmt die Informationen aus dem Internet und kombiniert sie neu. Dabei hat sie rein rechnerisch sogar viel mehr Potenzial als wir.

      Zu Neuntens: Ja gibt es und ist aktuell noch mit 30% Fehlerquote belegt. Ich habe das an meinen Texten getestet und die Quote war sogar noch schlechter. Die Frage ist: Wie wichtig ist es den Menschen, ob ein gutes Buch von einem Menschen geschrieben wurde. Das ist eine spannende Frage. Mein Tipp ist aktuell: 50:50 … Aber wenn das stimmt, dann sind 50% der Autor*innen (was ja jetzt schon ein hart umkämpftes Business ist) ihren Job los. Das richtet zum einen Angebot und Nachfrage und zum anderen der Kapitalismus. Wenn man das Honorar für Autor*innen sparen kann, dann wird das mit ziemlicher Sicherheit gemacht. Genau wie in allen anderen Branchen auch.

      Zu Zehntens: Ich glaube nicht, dass das etwas mit Opferrolle zu tun hat. Es gibt viele geschichtliche Entwicklungen, die rückblickend betrachtet nicht zu unserem Vorteil waren. Allerdings kann man, wie Du unter Erstens beschrieben hast, die Entwicklungen nicht mehr zurück drehen. Ein schönes Beispiel bringt Noha Yuval Harrari wenn er vorrechnet, dass die ganzen Errungenschaften von Spülmaschine bis Staubsaugerrobotter uns am Ende mehr Zeit kosten, weil wir für ihre Anschaffung arbeiten und für ihren Betrieb bezahlen müssen …

      Fazit: Das betrifft nicht nur die Bücherwelt … Alle Jobs in denen viel geschrieben wird bzw. auch die grafische und musische Welt sind betroffen. Juristische Gutachten müssen nicht mehr von Jurist*innen geschrieben werden. Das mag Vordergründig eine tolle Information sein, aber das bedeutet auch, dass wesentlich weniger Jurist*innen gebraucht werden. Das die Veränderungen weh tun werden stelle ich nicht in Abrede. Abgesehen davon kann die KI, da sie ja selbstlernend ist uns vermutlich irgendwann besser sagen als wir selbst, wie wir aus dem Dilemma rauskommen … Und das ist leider keine Dystopie.

      Antworten
  4. Danke Anja für deinen Beitrag! Ich habe ihn einfach mal sacken lassen und nach 1 Stunde tauchte die Frage in mir auf, ob KI eigentlich Humor hat? Was meinst Du?

    Antworten
    • Gerade gibt es in der aktuellen „Gemischtes Hack“ Folge einen kurzen Take. Die KI wurde gebeten einen Witz im Stil von Felix Lobrecht zu schreiben. Das Ergebnis war (noch) ziemlich schlecht. Am Ende kann bwz. die KI auch Humor lernen. Einfache Witze kann sie bereits ganz okay schreiben. Einen humorvollen Text kann sie (noch) nicht so gut. Aber ich fürchte, dass kommt schneller als uns lieb ist. Dafür ist genug Humor im Netz zu finden …

      Antworten
  5. Sehr starker Beitrag – danke!

    Ich hatte auch den Gedanken, dass die KI uns faul und träge machen kann, so wie uns schon veile Erleichterungen des modernen Lebens träge gemacht haben und Fähigkeiten verlieren ließen.

    Deshalb: Holzauge, bleib am Ball. Oder wie hieß das noch 😉

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    • Vielen Dank für das Lob.

      Antworten
  6. Hallo Anja,

    ich beschäftige mich auch viel mit KI (ChatGPT für Texte, Stable Diffusion für Bilder). Dein Artikel gefällt mir sehr gut. Nicht die Frage, ob wir als #buchstabensammler arbeitslos werden, sondern was es für unsere Gesellschaft und unsere Gehirne bedeuten wird, wenn Künstliche Intelligenzen alles für uns erledigen, sogar das Denken.

    Das, was du hier schreibst, bringt das Thema so sehr auf den Punkt, dass ich auf jeden Fall auf diesen Artikel verlinken werde. In meinem Blog finden sich übrigens auch Beispiel dafür, was für Geschichten ChatGPT aktuell schreiben kann: https://claas-room.blogspot.com/2023/02/der-chatbot-schreibt-geschichten-1.html

    Weiter so!

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    • Herzlichen Dank für das Lob 😎

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    • Herzlichen Dank 👍🏻

      Antworten
  7. Hallo Anja,
    wie fortschrittlich die KIs in Bezug auf Schreiben sind, ist mir erst durch dich bewusst geworden.
    Ich denke, wir sollten uns von vornherein vor den KIs behaupten. Es muss deutlich sein, wann eine KI einen Text erstellt hat und wann ein menschlicher Autor.
    Eine KI wird nie die Sonnenstrahlen auf ihrer Haut spüren, niemals den selbstgemachten Burger essen und schmecken können, kein einziges Mal sich ihre Finger verbrennen…
    Diesen Vorteil haben wir auf Lebenszeit. Den müssen wir Autoren unbedingt nutzen, um unseren Geschichten die Lebendigkeit zu erhalten. Ich kann mir vorstellen, dass wir eine Co-Existenz erreichen können, aber dafür müssen wir etwas tun!

    Antworten
    • 👍🏻

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