So fängst Du wirklich an, ein Buch zu schreiben

So fängst Du wirklich an, ein Buch zu schreiben

13. Juni 2021

Mindset für Autor*innen

Es ist erstaunlich, wie viele Menschen ein Buch schreiben wollen und auch gute Ideen haben. Aber am Ende schreiben sie dann doch nicht … Ich finde das dramatisch, denn ich bin der festen Überzeugung, dass uns Leser*innen hier eine Menge guter Lesestoff durch die Lappen geht. Ganz abgesehen davon, dass im Sachbuchbereich Expertenwissen einfach nicht zu den Menschen kommt, die es wirklich dringend bräuchten … 

Natürlich fallen mir noch jede Menge weitere Gründe ein, warum Du endlich Dein Buch schreiben solltest. Nur leider hilft das erfahrungsgemäß am Ende alles nichts, wenn Du nicht anfängst. Diese Ladehemmung ist im Grunde völlig normal. Denn, je älter wir werden, umso schwerer fällt es uns, mit neuen Dingen, die vermeintlich schwierig sind, anzufangen oder aufzuhören. Beispielsweise gibt es viele Menschen, die auch noch im Alter von 40 Jahren und älter gern ein Instrument lernen würden. Umsetzen tut es allerdings kaum jemand. Das liegt unter anderem daran, dass unser Leben, je älter wir werden, eine ziemlich eingespielte Taktung hat. Da noch etwas reinzuquetschen hieße, etwas anderes aufzugeben … Das ist schon eine ziemliche Hürde, wenn uns unser Leben im Grunde gefällt. 

Ein Buch zu schreiben ist anstrengend …

Ein weiterer Grund ist, dass wir Menschen dazu neigen immer auf eine kurzfristige Belohnung zu springen. An langfristigen Belohnungen haben wir nicht sooo viel Interesse. Dieses Verhalten nennt man auch Zeitinkonsistentes Verhalten. Übrigens ist dieses Verhalten auch am Scheitern vieler guter Sport- und Diätvorsätze beteiligt. Denn die kurzfristige Belohnung z.B. das Stück Schokolade oder das Nickerchen auf der Couch sind für uns verlockender, als die Fitness und der schicke Body in einem Jahr … Unser Gehirn nimmt lieber den sicheren, kurzfristigen Belohnungskick, als den unseren, anstrengenden in einem halben Jahr …

Damit dürfte schnell klar sein: Ein Buch zu schreiben ist für unser Gehirn überhaupt nicht attraktiv. Denn im Grunde ist es mit dem Buch schreiben wie mit dem Abnehmen oder dem neuen Fitnessprogramm: es klingt nach einem Marathon … Noch schlimmer: Beim Buch schreiben weiß ich noch nicht einmal, ob ich tatsächlich am Ende eine Belohnung in Form eines Buchvertrages erhalte. Selbst wenn ich mich fürs Selfpublishing entscheide, droht immer noch die Ablehnung durch die Leserschaft. Ergo: Ein Buch zu schreiben ist mega unattraktiv. Vom Buch schreiben zu träumen nicht. Träumen hat sogar den Vorteil, dass wir uns einreden können, dass wir irgendwann, wenn der Zeitpunkt passt, doch noch schreiben werden … Und so bleiben viele hervorragende Bücher in den Köpfen stecken …

Mit der Vier-Felder-Tafel zum Buch

So weit, so unangenehm klar. Wie kommt man da aber jetzt raus? Zuerst einmal müssen wir uns schmerzhaft eingestehen, dass wir genau in diesem Muster gefangen sind. Denn wenn wir das nicht als erstes tun, haben wir keine Möglichkeit da raus zu kommen. Ist dieser Schritt gemacht, dann hilft eine Technik aus der Suchttherapie. WHAT??? Ja genau, denn es geht ja auch darum, Verhalten zu verändern. Und zwar mit der fürs Schreiben abgewandelten Vier-Felder-Tafel. 

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Die Vier-Felder-Tafel ist ein Quadrat, welches Du in vier Felder aufteilst. Also einfach ein Kreuz in der Mitte machen. Über die das linke Feld oben malst Du ein Plus-Zeichen, über das rechte Feld ein Minus-Zeichen. Links neben das Quadrat schreibst Du neben die Obere Zeile: SCHREIBEN. Neben die untere Zeile schreibst Du „NICHT SCHREIBEN“. So entsteht eine Matrix, die Du für Dich in Ruhe und ganz ehrlich ausfüllst. 

In das Feld links (SCHREIBEN, Plus) oben schreibst Du jetzt alles rein, was für das Schreiben Deines Buches spricht. Lass Dir Zeit und sei ruhig ganz ehrlich. Hier gehören nämlich auch so Dinge rein wie „bewundert werden“ oder „sich als Expert*in einen Namen machen“. Du musst das ja niemandem zeigen. Mache es nur für Dich. 

In das Feld rechts oben (SCHREIBEN, Minus) schreibst Du alles rein, was gegen das Schreiben spricht. Da können so Sachen drin stehen wie „Zeitaufwand“ aber auch „Angst vorm Scheitern“ drin stehen. 

In das Feld links unten (NICHT SCHREIBEN, Plus) schreibst Du alles, was dafür spricht, nicht zu schreiben. Das mag im ersten Moment so klingen, als ob es das Gleiche wäre wie „SCHREIBEN, Minus“. Ist es aber nicht. Denn in NICHT SCHREIBEN, Plus gehören die Sachen, die Du vielleicht jetzt einschränken müsstest. Also alles, was jetzt toll ist, ohne das Du ein Buch schreibst. Eine Bestandsaufnahme dessen, was jetzt gut ist.

In das Feld rechts unten (NICHT SCHREIBEN, Minus) gehört die Bestandsaufnahme dessen, was Dir aktuell ohne das Schreiben fehlt. Beispielsweise könnte bei Sachbuchautor*innen hier stehen, dass Du als Expert*in noch nicht so anerkannt bist, wie Du es Dir wünschst. Hier könnte auch stehen, dass Du es vielleicht irgendwann bereust, nicht geschrieben zu haben.

Übrigens steht bei der „normalen“ Vier-Felder-Tafel anstatt „Schreiben“ ein „Stopp“ und anstatt „Nicht Schreiben“ ein „Weiter“. Denn hier geht es da’rum, Gewohnheiten auf den Prüfstand zu stellen und sich bewusst zu machen, ob diese Gewohnheiten zuträglich sind oder nicht. Und da wir Menschen ja erstklassig im Ausreden erfinden sind, hilft diese Tafel, einmal einen genauen Blick auf die eigenen Gewohnheiten zu werfen. Theoretisch könnten Schreibende, die noch kein Marketing machen, die Tafel auch einmal unter dem Marketingaspekt machen. Aber das ist ein anderes Thema 😉

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Anja Niekerken

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