Wie komme ich als Autor*in in die Presse?

Wie komme ich als Autor*in in die Presse?

21. Oktober 2020

Wie komme ich als Autor*in in die Presse?

Eine der am häufigsten gestellten Fragen meiner Instagram Community ist die Frage danach, wie man denn nun als Auto*in in die Zeitung kommt. Oder anders: Wie macht man als Autor*in PR Arbeit?

Natürlich sind alle Autor*innen beglückt, wenn Elke Heidenreich ihr Buch auf Spiegel Online in die Kamera hält. Oder wenn sie ihr neues Buch in der NDR Talkshow oder im Kölner Treff vorstellen dürfen. Schon mal vorab: Da träume ich auch noch von. Aber das kommt noch. Da bin ich mir ganz sicher. Nun könnte man denken, dass das ja vielleicht etwas größenwahnsinnig ist. Vielleicht 😉 Allerdings habe ich mein Marketing, und dazu gehört eben auch die Pressearbeit, Schritt für Schritt aufgebaut. Und die großen Auftritte sind eben noch nicht dran. Oder anders formuliert: Eins nach dem Anderen …

Der erste Schritt für gute Pressearbeit ist, sich darüber klar zu werden, dass niemand auf unser Buch gewartet hat … So hart wie das klingt, aber Journalisten, Blogger und Elke Heidenreich haben nicht auf uns gewartet. Frau Heidenreich wirft Bücher, die ihr unverlangt zugeschickt werden sogar einfach weg. Das ist weder verwerflich, noch erstaunlich. Wenn wir uns einmal klar machen, dass in Deutschland 2019 rund 70.400 Bücher veröffentlich wurden, merken wir schon, dass wir als Autor*innen in einem verdammt großen Teich schwimmen … Gehen wir mal klein raun und gehen davon aus, dass 5% der Autor*innen bzw. Verlage dieser Bücher Frau Heidenreich gern als Rezensentin hätten … Das sind bummelig 3.520 Bücher!!! Damit müsste die Arme 9,7 Bücher pro Tag lesen, um das alles bewältigen zu können. Mal ganz abgesehen davon, dass sie vermutlich ein Platzproblem in ihrer Wohnung bekäme … Natürlich dient Frau Heidenreich hier als stellvertretendes Beispiel, denn auch die Buchjournalisten der großen Zeitungen, Magazine und TV Formate sowie die großen Blogger werden mit Büchern regelrecht zugeschmissen. Hart aber wahr: in diesem Stapel fällst Du als Erstautor*in bzw. Als Autor*in ohne Spiegelbestseller nicht auf und Dein Buch wandert in die Rundablage …

Starte auf klein und auf lokaler Ebene

Nun können wir rumquengeln und das wahnsinnig ungerecht finden. Was es ja auch ist … Und auf unser Glück hoffen, in die Neuentdeckungen zu rutschen. Das kann natürlich passieren, ist aber wie ein Sechser im Lotto. Es spricht nichts dagegen den Lottoschein abzugeben, aber im „echten“ Leben würdest Du darauf ja auch nicht Deine gesamte Hoffnung setzen, oder? 

Kleiner Exkurs, warum die „Großen“ Dich nicht sehen, bzw. nicht wirklich nach Neuem suchen … Nehmen wir noch einmal das o.g. Zahlenbeispiel. Wenn in den 3.250 Büchern 20% der Bücher von bekannten bzw. Bestsellerautor*innen sind, dann sind das immer noch 650 Bücher … Dreimal darfst Du raten, zu welchen Büchern gegriffen wird. Wir Menschen sind Gewohnheitstiere und nehmen in der Regel zunächst einmal das, was wir schon kennen. Da bleibt also grundsätzlich nicht viel Raum für Neues.

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Zugegeben, das waren sehr viele ernüchternde Informationen für den Anfang. Allerdings wird Dir vielleicht aufgefallen sein, dass ich geschrieben habe, dass wir Menschen gern das nehmen, was wir schon kennen … Häh? Aber mich kennt doch noch keiner … Gemach, gemach 😉 Lass mich noch eine kleine Schleife drehen, dann wird der sprichwörtliche Schuh draus.

Weiter oben habe ich lediglich von den großen der Branche gesprochen. Allerdings gibt es, genau wie bei uns Autor*innen, auch gaaaaanz viele mittlere und kleine Blogger*innen, Journalist*innen, Magazine und Zeitungen … Denen wird eher selten die Tür eingerannt. Abgesehen davon, brauchen Tages- und Onlineformate täglich neue Geschichten. Das ist ein ganz schöner Knochenjob, immer wieder neue Inhalte zu liefern. Und genau diese Leute sind froh, wenn Du ihnen Content bzw. Geschichten liefern kannst. Wie das geht? Am Beispiel von Onlinemagazinen wird es am besten deutlich.

So findest Du Journalist*innen die über Dich schreiben

Schau Dir zunächst einmal Onlinemagazine an, die in Frage kommen. Magazine, die über Deine Themen berichten. Bei mir sind das Job- und Persönlichkeitsentwicklungsthemen, eben meine Buchthemen. Dann schaust Du noch etwas gezielter. Und zwar suchst Du Artikel, die Du hättest schreiben bzw. Interviews, die Du auch hättest geben können. Das Gute bei den Onlinemagazinen ist, dass in der Regel die Autor*innen der Artikel genannt werden. Wenn Du den Namen hast, musst Du nur noch im Impressum nachschauen oder den Namen googeln, und schon hast Du die E-Mail-Adresse. Jetzt ist die Frage: Was fängst Du mit diesem Kontakt an?

Meine Empfehlung: Schreibe den Kontakt an. Am besten erwähnst Du zunächst lobend den Artikel über den Du auf den Kontakt aufmerksam geworden bist. Dann stellst Du mit zwei bis drei Sätzen Dein Buch vor und bietest ein kostenloses Interview zu ein bis zwei Themen aus Deinem Buch an. Natürlich erwähnst Du auch, dass Du bzw. Dein Verlag gern auf Wunsch ein Rezensionsexemplar (immer kostenlos) verschicken. Das funktioniert erfahrungsgemäß recht gut. Allerdings: Wenn Du das nur ein einziges Mal, mit einem einzigen Kontakt machst, ist die Wahrscheinlichkeit auch wieder gering, dass es klappt. Meine Empfehlung: 20 – 50 verschiedene Anläufe … Ja, das ist Arbeit, aber nur beim ersten Mal. Denn genau daraus entstehen in Folge langfristige Beziehungen, die immer wieder zu tollen Projekten führen.

Auf diese Art wirst Du Schritt für Schritt bekannt. Und Du kannst Dir nach und nach eine Pressemappe zusammenstellen. Diese kannst Du dann bei Deiner Anfrage bei den Big Playern beifügen. Aber viel wichtiger ist: Du wirst im Netz immer besser zu finden sein und damit wirst Du Schritt für Schritt für die Großen interessant.

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Anja Niekerken

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